Die Zeitarbeitsbranche in Deutschland steuert nach Auffassung eines ihrer Funktionäre schweren Zeiten entgegen. "Wenn wir tatsächlich in eine Rezession kommen, wird die Branche massiv zu leiden haben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), Werner Stolz, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Zeitarbeiter würden von den Kundenunternehmen als Puffer gesehen, der konjunkturelle Schwankungen von der Stammbelegschaft fernhalten soll.

Derzeit haben nach seinen Angaben in Deutschland rund 680.000 Männer und Frauen Arbeitsverträge mit Zeitarbeitsunternehmen - fast doppelt so viele wie noch 2004. Die Branche mit ihren 7000 Unternehmen macht einen Jahresumsatz von rund 14 Milliarden Euro. Dieser werde voraussichtlich im nächsten Jahr geringer ausfallen.
"Wir sind in einer recht fatalen Situation", sagte Stolz mit Blick auf die Ankündigung zahlreicher Unternehmen, sich von Zeitarbeitnehmern trennen zu wollen. Das könne auch zu einer Konsolidierung und Marktbereinigung in der Zeitarbeitsbranche führen.

Die Trennung eines Kundenbetriebes von Zeitarbeitnehmern ziehe aber nicht direkt deren Entlassung nach sich, sagte Stolz. Das Arbeitsverhältnis bestehe zum Entleihunternehmen und das unterliege der gesetzlichen Kündigungsfrist. Aufgabe der Entleiher sei es, die Mitarbeiter wieder an neue Kundenbetriebe zu vermitteln. "Im Moment gelingt das noch recht gut", sagte Stolz.

Bisher seien von den deutlichen Personalreduzierungen lediglich einige Branchen, etwa die Auto- und die Möbelindustrie betroffen. Andere Branchen seien dagegen noch aufnahmefähig. Doch Stolz räumte ein: "Die Lawine wird größer." (dpa)