Nach seiner Wahl zum US-Präsidenten will Barack Obama keine Zeit verlieren. Nur noch gut 70 Tage bleiben ihm, ehe er am 20. Januar das mächtigste Amt der Welt übernimmt - wenig Zeit zur Vorbereitung auf große Aufgaben. Die Wirtschaft liegt am Boden, 150.000 US-Soldaten stehen zum Kampfeinsatz im Ausland. Schon vor seinem Amtseid muss Obama wichtige Weichen stellen, ganz oben auf der Liste stehen tausende Personalentscheidungen.

Am Mittwoch ernannte der Wahlsieger ein Übergangsteam, das den Regierungswechsel vorbereiten soll. Das Team wird von dem früheren Clinton-Mitarbeiter John Podesta, der Obama-Beraterin Valerie Jarrett und Pete Rouse, Obamas Stabschef im Senat, geleitet. Im Team ist auch Susan Rice, die in US- Medien als mögliche nationale Sicherheitsberaterin in einer Regierung Obama gehandelt wird.

Weitere Mitglieder sind die demokratische Gouverneurin von Arizona, Janet Napolitano, der Dekan der kalifornischen Berkeley Universität, Christopher Edley sowie Federico Pena, der als Verkehrs- und Energieminister unter dem ehemaligen Präsidenten Bill Clinton gedient hatte. Nach Informationen der New York Times soll Obama dem Kongressabgeordneten Rahm Emanuel den Job eines Stabschefs im Weißen Haus angeboten haben. Emanuel diente schon Clinton als enger Berater.

Möglicherweise schon am Donnerstag wollte Obama nach US- Medienberichten mit den Chefs der Geheimdienste zusammentreffen und sich informieren lassen. Heimatschutz-Minister Michael Chertoff warnte am Mittwoch, es bestehe in einer Übergangsphase immer eine erhöhte Gefahr von Terroranschlägen.

Zu Obamas ersten Personalentscheidungen in diesen Wochen dürfte die Benennung des Finanzministers zählen. In seinem Team arbeiten Clintons frühere Finanzminister Robert Rubin und Lawrence Summers mit. Beide sind weltweit angesehene Experten und gelten als Kandidaten für eine Rückkehr in ihr altes Amt. Als möglicher Außenminister wird in US-Medien immer wieder John Kerry genannt, der unterlegene Präsidentschaftskandidat von 2004. Auch der frühere UN-Botschafter Bill Richardson gilt als Anwärter. Im Verteidigungsressort ist ein Verbleib des angesehenen Robert Gates denkbar, als weiterer Kandidat wird Senator Chuck Hagel genannt - auch er ist Republikaner.

Etwa 7000 Posten darf Obama mit Amtsträgern seiner Wahl besetzen. Denn anders als in vielen europäischen Ländern, in denen der Verwaltungsapparat eigenständig neben der Regierung besteht und Wechsel an deren Spitze unverändert überdauert, sind in den USA viele Verwaltungsposten Verfügungsmasse des Präsidenten.