Die Finanzkrise stand im Mittelpunkt des rund einstündigen Gesprächs zwischen dem scheidenden US-Präsidenten George W. Bush und seinem Nachfolger Barack Obama. Dabei soll dieser nach einem Bericht der New York Times von Bush rasche Hilfen für die kriselnden US-Autohersteller gefordert haben. Bush wiederum habe sich grundsätzlich offen für Hilfen sowie ein umfassendes Konjunkturprogramm gezeigt, forderte im Gegenzug aber, dass Obama und die Demokraten ihren Widerstand im Kongress gegen ein Freihandelsabkommen mit Kolumbien aufgeben.

Trotz der harschen Kritik Obamas an seiner Politik begrüßte Bush den 47-jährigen Senator und dessen Ehefrau Michelle demonstrativ freundlich. Vor Journalisten äußerten sich beide Politiker allerdings nicht und zogen sich zu einem rund einstündigen vertraulichen "Privatgespräch" ins Oval Office zurück.

Über was Bush und Obama sprachen, wurde nicht bekannt, beide Seiten sprachen aber von einem guten und konstruktivem Dialog. Bush habe sein "Versprechen zu einem reibungslosen Machtübergang" bekräftigt, verlautete aus dem Obama-Lager. Obama hatte bereits im Vorfeld deutlich gemacht, er erwarte einen "substanziellen Meinungsaustausch" und komme im "Geist der Überparteilichkeit" zu dem Besuch.

"Sicherlich stand das Thema der internationalen Finanzkrise ganz oben auf der Tagesordnung", meinte der TV-Sender CNN. "Bush ist sehr daran interessiert, dass die erste Übergabe der Macht seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 so reibungslos wie möglich verläuft", meinte CNN. Bush hatte bereits zuvor darauf hingewiesen, dass es sich zudem um die erste Amtsübergabe "in Kriegszeiten" seit dem Vietnamkrieg vor vier Jahrzehnten handelt.

Während Obama und Bush rund eine Stunde lang über die Machtübergabe konferierten, führte Noch-First-Lady Laura Bush ihre Nachfolgerin
Michelle Obama durch die Privaträume. Wie der TV-Sender CBS berichtete, begutachteten sie vor allem die "historischen Schlafzimmer" ehemaliger Präsidenten sowie das dritte Stockwerk im Weißen Haus, wo Gäste untergebracht werden.