Die Deutsche Post zieht sich nach Milliarden-Verlusten aus dem inneramerikanischen Express-Geschäft ihrer Tochter DHL zurück. Dadurch sollen bei DHL Express insgesamt 14.900 Stellen wegfallen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Bereits seit Beginn des Jahres hatte der Konzern 5400 Arbeitsplätze abgebaut, nun kommen weitere 9500 Stellen hinzu. Bis Ende Januar will sich das Unternehmen komplett aus dem Geschäft mit Express-Sendungen innerhalb der USA verabschiedet haben. Alle rein nationalen Sortieranlagen werden geschlossen.

Die Post betonte, der Schritt sei wegen der anhaltenden Milliardenverluste erforderlich, bedeute aber keinen kompletten Rückzug aus den USA. Nicht betroffen von den Einschnitten sei etwa das Logistik-Geschäft, welches von DHL in den USA und von dort aus auch weltweit betrieben wird. Zur Logistik zählen Luft- und Seefracht sowie Lagerungs- und Lieferdienste für Unternehmen. Auch wird sich die Post nicht von allen rund 18.400 Beschäftigten bei DHL-Express trennen, sondern will 3000 bis 4000 von ihnen behalten.

Die Post will mit den drastischen Einschnitten ihre operativen Kosten senken, die ihr zuletzt über den Kopf gewachsen waren. Diese sollen von derzeit 4,2 Milliarden auf 770 Millionen Euro zurückgehen. Die Restrukturierung werde über zwei Jahre laufen und rund 3,9 Milliarden Dollar kosten. Der Löwenanteil werde noch in diesem Jahr verbucht. Bislang hatte der Konzern für Umbau in den USA rund 2 Milliarden Dollar veranschlagt.

Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt und der Privatisierung der Bundespost wird die Post in diesem Jahr rote Zahlen schreiben. Zur Höhe wollte Post-Vorstandschef Frank Appel keine Angaben machen. Im dritten Quartal stieg der Gewinn allerdings noch einmal um 14,8 Prozent auf 653 Millionen Euro an. Auch die Umsätze stiegen leicht.

Die Post-Aktie legte bis Montagnachmittag um 8,6 Prozent auf 10,16 Euro zu. Die Post war in den USA mit dem Ziel angetreten, den Marktführern UPS und FedEx Paroli zu bieten. Sie hat in den vergangenen Jahren rund fünf Milliarden Euro im Markt verloren.