Das Attentat richtete sich gegen einen deutschen Militärkonvoi, der am Sonntag gegen 10.20 Uhr Ortszeit (6.50 Uhr MEZ) mit mehreren gepanzerten Fahrzeugen in der Nähe der nordafghanischen Stadt Baghlan unterwegs war. Dabei kam nach afghanischen Angaben auch ein Zivilist ums Leben. Außerdem gab es unter der Zivilbevölkerung noch mindestens zwölf Verletzte.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sprach am Abend in Berlin von einer "angespannten Sicherheitslage" in Afghanistan. Der Anschlag hätte noch schlimmere Folgen haben können. "Wir haben zwar einen schwer verwundeten Soldaten. Aber dank der geschützten Fahrzeuge sind die Verletzungen nicht noch schlimmer." Der Soldat soll an diesem Montag nach Deutschland zurückgeflogen werden, wo er im Bundeswehr-Krankenhaus in Koblenz behandelt werden soll.

Nach Angaben des Polizeichefs der nordafghanischen Provinz, Abdul Rahman Saeed Khail, sprengte sich der Attentäter in einem Fahrzeug neben dem Konvoi in die Luft. Dabei sei ein Zivilist getötet worden. Nach Angaben von Ärzten des Zentralkrankenhauses in Baghlan wurden mindestens zwölf weitere Menschen verletzt, darunter fünf Kinder.

Das bei dem Attentat benutzte Fahrzeug soll nach Informationen aus Sicherheitskreisen in der südafghanischen Unruheprovinz Kandahar zugelassen gewesen sein. Die Region gilt als Hochburg der radikal-islamischen Taliban. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Erst Mitte Oktober waren bei einem Selbstmordanschlag der Taliban nahe der nordafghanischen Stadt Kundus zwei Bundeswehr-Soldaten und fünf Kinder getötet worden.

Unterdessen kam in der südlichen afghanischen Provinz Helmand ein britischer Soldat bei der Explosion eines Sprengsatzes ums Leben. Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums fuhr er mit seinem Fahrzeug auf einen Sprengkörper. In Afghanistan starben seit 2001 beim Militäreinsatz internationaler Truppen nach Angaben des Internetdienstes icasualties.org mehr als 1000 Soldaten. Aus Deutschland kamen dort bislang 30 Soldaten ums Leben.