Die EU-27-Agrarminister hatten sich zuvor auf eine Mini-Reform der gemeinsamen EU-Agrarpolitik geeinigt. Ihr zufolge müssen Europas Landwirte bis 2012 auf weitere fünf Prozent ihrer Direktbeihilfen verzichten. Das Geld fließt in einen Topf für ländliche Entwicklung, etwa für Umweltschutzprojekte.

Ministerin Aigner bezeichnete die Ergebnisse der Verhandlungen als Erfolg. "Zentrale deutsche Forderungen" seien erfüllt worden. So werde es einen Milchfonds zur Unterstützung der deutschen Produzenten geben, der bis 2013 bis zu 350 Millionen Euro umfassen könne. Als Erfolg verbuchte Aigner auch die "deutliche Reduzierung" der ursprünglichen Pläne Fischer Boels zur Kürzung der Direktbeihilfen. Sie wäre vor allem zu Lasten der Großbetriebe gegangen.

Für die deutschen Bauern bedeutet der Beschluss Einbußen in Höhe von jährlich etwa 225 Millionen Euro. Sie bekommen jährlich gut 5,4 Milliarden Euro. Großbauern werden zusätzlich zur Kasse gebeten. Aigner bezifferte ihre Sonder-Einbußen auf 19 Millionen Euro. Sie räumte ein, dass Ostdeutschland besonders betroffen sei. "Aber ich möchte darauf hinweisen, von welcher Ausgangslage wir gekommen sind."

Zweiter zentraler Bestandteil der Reform neben der Kürzung der Direktbeihilfen ist die Erhöhung der Milchquote. Sie soll, so heißt es offiziell, dem wachsenden Bedarf der Verbraucher Rechnung tragen. Allerdings soll es 2010 und 2012 eine Überprüfung geben, ob die Lage am Markt weitere Erhöhungen hergibt. Bauernvertreter Schaber bewertete das als "kleinen Lichtblick".

Die steigende Quote könnte insbesondere kleine Höfe in Gebirgslagen Bayerns und des Schwarzwalds in Not bringen, befürchtet die Bundesregierung. Mit dem von Aigner positiv hervorgehobenen Milchfonds will sie jetzt eine Modernisierung der Betriebe unterstützen und die Produzenten das Auslaufen der Mengenbegrenzung im Jahr 2015 vorbereiten.