Die beschlossene Mini-Reform stellt eine Überprüfung der großen EU-Agrarreform von 2003 dar. Aus Verhandlungskreisen hieß es, Deutschlands Forderungen und Probleme seien von allen 27 EU-Staaten am schwierigsten zu lösen gewesen. Gleich zwei Mal sei Aigner im sogenannten Beichtstuhlverfahren von Fischer Boel und Barnier zu einem Einzelgespräch gebeten worden. Die EU-Verhandlungen dauerten insgesamt mehr als 17 Stunden.

Durch die Reform werden die Agrarausgaben insgesamt nicht gesenkt. Mit 43 Prozent ihres Haushalts oder rund 50 Milliarden Euro steckt die EU das meiste Geld noch immer in die Landwirtschaft, wenn auch mit sinkender Tendenz. Die Änderungen sollen von 2009 bis 2013 gelten. Ziel ist, den Spielregeln von Angebot und Nachfrage in der Landwirtschaft mehr Geltung zu verschaffen. Die Bauern sollen außerdem einen Anreiz bekommen, sich stärker im Umweltschutz zu engagieren.