Werder Bremen – 1. FC Köln 3:1

Arbeitssieg mit wenig Glanz: Der SV Werder Bremen hat zumindest einen kleinen Schritt aus seiner Krise gemacht. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf feierte einen Sieg über den zuvor zweimal nacheinander siegreichen Aufsteiger 1. FC Köln. Spielmacher Diego per Foulelfmeter (15. Minute), Naldo mit einem Kopfballtreffer (45+1.) und Hugo Almeida mit einem Sonntagsschuss (55.) sorgten für den zweiten Bremer Sieg in den vergangenen sieben Meisterschaftsspielen. Zwischenzeitlich hatte Kölns Milivoje Novakovic (48.) den Anschlusstreffer vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion erzielt. In der Tabelle überholte Bremen die Kölner (10. Platz/19 Punkte) und verbesserte sich auf Rang 7 (20).

Verunsicherte Bremer, verhaltene Kölner: Beide Mannschaften boten von Beginn an keine fußballerische Feinkost. Den Hausherren war die magere Bilanz der vergangenen Wochen anzumerken, die Kölner besannen sich erstmal aufs Sichern des eigenen Tores. Einmal klappte das aber nicht. Nach einer knappen Viertelstunde tauchte Bremens Kapitän Frank Baumann vor Köln-Keeper Faryd Mondragon auf. Den berechtigten Strafstoß aber verursachte der Ex-Bremer Pierre Womé, als er Baumann von hinten schubste. Diego, der auch aus dem Spiel heraus klar die Akzente setzte, verwandelte sicher zu seinem sechsten Saisontor. Doch den nötigen Halt gab die Führung den Bremern zunächst nicht. Das Bemühen nach der Kritik von Schaaf, der seinen Schützlingen Passivität vorgeworfen hatte, war deutlich, allein die Souveränität fehlte.

Die lange destruktiv zu Werke gehenden Kölner von Trainer Christoph Daum kamen vor der Pause auf. In der 39. Minute fand der einzige Kölner Stürmer Novakovic im starken Tim Wiese noch seinen Meister, der auch auf sein Debüt am Mittwoch beim Test-Länderspiel gegen England hoffen darf. In der "Drangphase light" der Kölner markierten die Bremer dann nach einem Eckball durch Naldo ihren zweiten Treffer. Kölns Miso Brecko gab bei einem Rettungsversuch keine glückliche Figur ab. So wie Bremens Nationalspieler Per Mertesacker beim Kölner Anschlusstreffer kurz nach dem Seitenwechsel. Der 1,98-Mann, der in vielen Szenen indisponiert wirkte, ließ sich von Novakovic düpieren, Wiese hatte keine Abwehrmöglichkeit. Köln bekam Appetit auf mehr, doch seinen Torhunger stillte Almeida mit einem spektakulären Dropkick-Schuss, der nach Angaben des Pay-TV-Senders Premiere 123 Stundenkilometer erreichte.