Im Dezember erscheint in Dänemark ein Buch namens Groft Sagt (Grob gesagt) . Darin stellt Lars Hedegaard, ehemaliger Kolumnist der Zeitung Berlingske Tidene , seine hundert Lieblingskolumnen zusammen. Für die Illustrationen hat er seinen Freund Kurt Westergaard beauftragt. Das alles klingt wenig spannend. Es sei denn, man assoziert den Namen des Zeichners mit den umstrittenen Mohammed- Karikaturen, die 2006 weltweit für Furore sorgten.

Westergaard war es nämlich, der den Propheten mit einer Bombe im Turban dargestellt hatte. Im neuen Buch tritt dieses Motiv erneut auf. "Ich hätte keinen besseren Karikaturisten wählen können als Kurt. Im Buch beweist er erneut, dass er in seiner Kunst mutig und kompromisslos ist.", sagte der Autor der online-Redaktion von Jyllands Posten , der Zeitung, die im September 2005 als erste die berühmt-berüchtigten zwölf Mohammed-Karikaturen abgedruckt hatte.

Der Zeitung Berlingske Tidene zufolge empfindet Kurt Westergaard seine neuen Zeichnungen als "gewöhnliche Auftragsarbeit". "Meine eigene Meinung wird hier nicht dargestellt. Ich habe es als meine Aufgabe gesehen, Lars Hedegaards Meinungen zu illustrieren", wird er zitiert. Die "kratzbürstige Satire" handle von Christentum, Geschlechtermoral und islamischen Themen gleichermaßen.

Muslime müssten sich daran gewöhnen, genauso behandelt zu werden wie ethnische Dänen, sagt der Zeichner. "Das Problem ist, dass sich manche Muslime eine Sonderstellung oder besondere Schonung wünschen. Das passt nicht zu der dänischen Tradition. Ein Land wie Dänemark darf keine Doppelstandards haben." Andere sprechen an dieser Stelle vom Respekt vor religiösen Minderheiten.

Genau diese "Sonderbehandlung" verspottet die Karikatur auf dem Buchtitel. Hier ist der frühere dänische Außenminister Uffe Ellemann Jensen zu sehen, der sich im Karikaturenstreit für mehr Respekt Muslimen gegenüber eingesetzt hatte. Er bezeichnete damals den Abdruck der Zeichnungen als "pubertär und unnötig". Das Buch-Cover zeigt ihn in muslimischer Gebetsstellung. Eine Haltung, die im Westen auch als Kniefall gedeutet werden kann. Auf seinem Gesäß ein auslaufendes Tintenfass mit der Aufschrift "Äußerungsfreiheit". Darauf wiederum der bekannte Mann mit Bombe im Turban.