Es könnte so einfach sein: Ob eine Aktie heute steigen oder fallen wird, konnte man bislang ganz gut daran erkennen, wie sich ihr Kurs am Vortag entwickelt hatte. Bislang. Denn seit einiger Zeit ändern die Kurse ihre Richtung gerne mehrmals am Tag. Eben noch vier Prozent im Plus, rasen sie plötzlich drei Prozent ins Minus, nur um dann doch wieder ins Positive zu drehen – und das alles innerhalb weniger Stunden.

Die extrem hohe Volatilität innerhalb eines Tages wirft alles über den Haufen, was wir gewohnt sind. Viele Investoren müssen erkennen, dass selbst ein Anlagehorizont von 10 Jahren keine Garantie mehr liefert, dass Aktien auch gestiegen sind.

Deshalb ist das Risikomanagement besonders wichtig. Das allerdings ist leichter gesagt als getan. Natürlich sind die Kurse schon so weit gefallen, dass eine Gegenbewegung eigentlich überfällig ist. Gleichzeitig stehen wir aber vor so großen wirtschaftlichen Problemen, dass weitere Kursrückgänge längst noch nicht auszuschließen sind.

So steht man als Anleger ständig in der Gefahr, dass man irgendwann die Reißleine zieht, nur um dann festzustellen, genau den Punkt erwischt zu haben, an dem sich die Märkte schon wieder drehten.

Wie kann man damit umgehen? Eigentlich nur, indem man sich von vornherein einen Betrag zugesteht, den man noch bereit ist zu verlieren. Dieser Betrag kann auch bei Null liegen. Sobald er aufgebraucht ist, muss man einen Schlussstrich ziehen und sich aus dem Markt verabschieden - so weh es auch tut.