Kein Zweifel: Die Welt ist enger zusammengerückt an diesem Wochenende in Washington. 20 Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrienationen und der Schwellenländer haben sich getroffen um an der Architektur einer neuen Weltwirtschaftsordnung zu arbeiten.

Das ist auch in der digitalen Welt des 21.Jahrhunderts leider eine kleine Sensation. Selbst wenn diese 20 gar nichts gemacht hätten, wenn sie nur zusammen zu Abend gegessen und sich zugehört hätten, wäre dies ein Novum.

Deshalb sollte man einen Augenblick inne halten und diesen Moment von Offenheit, Kooperationsbereitschaft und Bewusstsein über die Notwendigkeit weltweiter Kommunikation von Regierungschefs nicht gering schätzen. Spätestens, wenn man von Beobachtern hört, dass es inzwischen möglich ist, mit dem Chinesischen Staatspräsidenten Hu locker zu plaudern und dass der saudische König nicht beleidigt abreist, wenn man ihn nicht korrekt mit "majesty" anspricht, weiß man, wie weit der Weg war und ist.

Damit ist noch keine Finanzkrise bewältigt oder gar eine neue verhindert. Doch das Abendessen im Weißen Haus mit einem runden Tisch der 20 wird kein singuläres Ereignis bleiben. Die Industriestaaten wissen inzwischen genau, dass sie die Schwellenländer brauchen und ihnen deshalb nicht nur zuhören müssen, sondern mehr Rechte in den internationalen Institutionen einräumen müssen.

Und den Schwellenländern wird klar, dass mehr Einfluss auch mehr Pflichten und mehr Verantwortung bedeuten. China und Indien beispielsweise wollen mehr Mitsprache im Internationalen Währungsfond (IWF). Sie werden dafür höhere Beiträge bezahlen müssen. Beide gemeinsam, Industrieländer und Schwellenländer, werden sich viel stärker als bisher um die Entwicklungsländer kümmern müssen.

Auch wenn die Vokabel abgegriffen ist: Das Treffen von Washington war historisch. Es wird als eine Wegmarke in die Geschichte eingehen. Als ein Moment, in der die Welt die Globalisierung verstanden hat.