Sind Handys gefährlich? "Interphone", die bislang umfangreichste Studie zum Thema, wird die umstrittene Frage womöglich nicht klären. Die im Jahr 2000 begonnene Studie wurde unter Leitung der Internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation in 13 Ländern durchgeführt. Man wollte herausfinden, inwiefern Hirntumore mit elektromagnetischen Feldern (EMF) in Zusammenhang stehen könnten, die von Handys ausgesendet werden.

Allerdings scheinen Experten keine eindeutige Antwort auf diese Frage finden zu können. Das legen zumindest die bisher veröffentlichten Ergebnisse nahe. Das würde die vielen Verzögerungen vor der Veröffentlichung des Abschlussberichts erklären, der zunächst für 2003 angekündigt war.

Was bedeutet das für die Handyhersteller und Betreiberunternehmen? Bevor sie sich entscheiden, welche Position sie in der Sache vertreten, sollten sie abwarten. Die Handystrahlung könnte ebenso zu einem Gesundheitsskandal werden wie Asbest, doch genauso gut könnte sich die Aufregung als falscher Alarm herausstellen. Die Hoffnung ist, dass die wichtigsten Punkte der Öffentlichkeit umsichtig und transparent kommuniziert werden, um weder Konsumenten noch Investoren zu verschrecken.

Vorsichtshalber hat die Europäische Union bereits die zulässigen spezifischen Absorptionsraten (SAR) auf zwei Watt pro Kilogramm begrenzt. Je niedriger die SAR, desto geringer sind die Emissionsraten der Handys. Das führt zu einem insgesamt geringeren Gesundheitsrisiko.

Eine vergleichende Übersicht zu den SAR-Werten von Handys auf der Internetseite guerir.fr gibt an, dass die durchschnittlichen SAR-Werte laut Herstellerangaben zwischen 0,7 und 0,94 liegen. Die Daten basieren auf den technischen Unterlagen der Hersteller. Trotzdem ist ein Vergleich schwierig.

Arnaud Hermann, Berater in der Abteilung für nachhaltige Entwicklung bei Ernst & Young, sagt: "Kein Hersteller veröffentlicht eine Rangliste seiner Produkte auf der Grundlage der SAR-Werte – und kein Betreiber veröffentlicht eine Karte, auf der die Emissionsdaten seiner Sendemasten verzeichnet sind".