Verletzungen des Persönlichkeitsrechts sind eine ernste Sache. Deshalb ist es verständlich, dass sich der Bundestagsabgeordnete der Links-Fraktion, Lutz Heilmann, gegen seiner Ansicht nach "falsche, ehrabschneidende" Äußerungen zur Wehr setzt.

Heilmann hatte gegen den Verein Wikimedia eine einstweilige Verfügung erwirkt. Daraufhin durfte dessen Portalseite wikipedia.de nicht mehr auf das Angebot der deutschsprachigen Wikipedia weiterleiten. Damit war das Online-Lexikon während des Wochenendes nicht erreichbar – sehr zum Ärger zahlreicher Nutzer. Über einen kleinen Umweg ließ sich Wikipedia nach wie vor nutzen, bekannt war es aber nur wenigen: Der Zorn der Surfer richtete sich insbesondere gegen Heilmann, der – wie auf wikipedia.de zu lesen war –  die Sperrung veranlasst hatte.

Wikipedia und Heilmann – eine lange Geschichte: Schon früher hätte er in seinem Wikipedia-Artikel hin und wieder falsche Informationen gefunden. Diese seien aber meist von den Nutzern korrigiert worden. Im Oktober kamen jedoch Behauptungen dazu, die Heilmannn so nicht tolerieren wollte. Sein Anwalt schrieb einen Brief an den Verein Wikimedia Deutschland, mit der Aufforderung es richtig zu stellen.

Dieser erklärte daraufhin in einem Schreiben, ihr Portal verweise lediglich auf die Inhalte der amerikanischen Wikimedia Foundation. Folglich sei man nicht verantwortlich. Heilmann beließ es zunächst dabei. Seinen Wikipedia-Eintrag allerdings überprüft er seitdem dreimal täglich.

Im November wurde der Artikel erneut stark verändert: Umstrittene Details kamen hinzu, wurden gelöscht und wieder hingeschrieben. Auch von einem Computer aus dem Bundestag aus, wurde mitgemischt. Ein Blick in die – noch immer einsehbaren – Artikel-Versionen zeigt mehr als hundert Änderungen in den vergangenen Tagen.

An vier Punkten, nahm Heilmann besonders Anstoß: So war zu lesen, er betreibe einen Sexshop, weshalb ihm seine Immunität als Abgeordneter entzogen worden sei, er habe sein Studium nicht abgeschlossen, der Lübecker Kreisverband habe ihm das Vertrauen entzogen und er gebe seine Stasi-Akte nur teilweise zur Einsicht frei – laut Linke-Politiker alles falsch. "Ich sah mein Persönlichkeitsrecht verletzt und wollte, dass diese Punkte aus meinem Wikipedia-Eintrag verschwinden."