Es ist schon irre, was diese Studie in Deutschland auslöst. Kommenden Dienstag wird zum dritten Mal der Bundesländervergleich der Schulstudie Pisa veröffentlicht - nachdem schon dreimal der internationale Vergleich veröffentlicht wurde. Und wieder wird ein Aufschrei durch unser Land gehen, werden sich viele als Sieger fühlen, werden die wildesten Vermutungen die Runde machen. Es ist gut für Deutschland, dass die Pisa-Studie die Bildungspolitik zum Aufreger gemacht hat. Aber auch ein wenig verrückt.

Zum Pisa-Zirkus gehört es, dass schon Tage bevor die Bildungsforscher ihre Studie offiziell vorstellen, Vorabmeldungen durch die Presse geistern, die mal mehr, mal weniger korrekt sind. Diesmal will der "Spiegel" aufgeschnappt haben, dass Sachsen und Thüringen an der Spitze liegen, und dass es in den Ländern Brandenburg, Bayern, Sachsen und Thüringen besonders gerecht zu gehe - dort sei die Leistung der Schüler nicht so stark an die soziale Herkunft gekoppelt, wie im Rest der Republik.

Was an dieser Vorabmeldung dran ist, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Vermutlich wird sie so halb richtig und halb falsch sein. Bislang waren fast alle Vorabmeldungen zu den Pisa-Studien mit Fehlern behaftet. Meist wurde vorab gemeldet, dass die deutschen Schüler nicht besser, oder dass die deutsche Schule ungerechter geworden sei. Bei der Veröffentlichung der Studien zeigte sich dann das Gegenteil.

Auch wenn es schwer fällt: Das Warten auf die offiziellen Ergebnisse der Studie lohnt sich. Und bevor es wieder in den Schulalltag geht, darf in der Bildungsrepublik Deutschland dann gejubelt und getrauert, kritisiert und gelobt werden.

Dass die sogenannte Risikogruppe - Schüler, die mit Fünfzehn nicht richtig lesen und rechnen koennen - in einigen Bundesländern gewachsen, wie der Tagesspiegel meldet, dürfte ein Irrtum sein. Im internationalen Vergleich zeigt sich für Deutschland der gegenläufige Trend.