Präsident Ramon Calderon und die anderen Präsidiumsmitglieder hätten "volles Vertrauen in die Spieler und das Trainer-Team", erklärte Sportdirektor Predrag Mijatovic am Montagabend. Schuster war nach diversen Fehlschlägen in die Kritik geraten. Der spanische Meister hatte nach dem Pokal-Aus gegen Drittligist Real Unión Irún am Samstag auch das Punktspiel in Valladolid 0:1 verloren.

Klubchef  Calderón und sein Sportdirektor hatten das Zorilla-Stadion verlassen, ohne ein Wort zu sagen – und ohne Schuster den Rücken zu stärken. Das Sportblatt As fordert daraufhin auf seiner Titelseite den Hinauswurf des Trainers: "Schuster ist die Mannschaft aus den Händen geglitten. Seine Entlassung ist angebracht." Die Zeitung El País titelte: "Real befindet sich im freien Fall." Und El Mundo erklärte die Schuster-Elf gar für "tot": "Real verlangt nach seiner Autopsie."

Auf der Pressekonferenz sagte Mijatovic dann aber: "Die letzten Resultate entsprachen natürlich nicht unseren Erwartungen, aber wir sind mit seiner Arbeit sehr zufrieden, genau wie zu Saisonbeginn. Die Mannschaft ist in der Meisterschaft und Champions League voll dabei. Es gibt keinen Grund, den Vertrag nicht zu erfüllen." Der Kontrakt Schusters läuft bis 2010.

Die Erfahrungen in der jüngsten Vergangenheit sprachen gegen einen Trainerwechsel: Vor zwei Jahren hielt Calderón an Fabio Capello fest, als alle Welt den Hinauswurf des Trainers verlangte. Am Saisonende wurde Real Meister. 2005 dagegen stürzte die Entlassung von Vanderlei Luxemburgo die Madrilenen in eine noch schlimmere Krise.

Schuster hatte nach zuletzt vielen Gegentoren die Defensive gestärkt. Folge: Das kleine Valladolid, das nur über ein Zwanzigstel des Budgets der Madrilenen verfügt und vor einer Woche 0:6 beim FC Barcelona untergegangen war, dominierte die Partie und erzielte in der 47. Minute durch Néstor Canobbio das Siegtor.

"Schuster ließ die Madrilenen im Stile eines Viertligisten spielen, mit Hauruck-Fußball und langen Bällen in die Spitze", befand El País. Der ehemalige HSV-Kapitän, Rafael van der Vaart, enttäuschte und wurde ausgewechselt. Sogar Torwart Iker Casillas, der sich Hoffnungen auf die Wahl zu Europas Fußballer des Jahres macht, zeigte Unsicherheiten.