Der Grund für Sigmar Gabriels Hoffnung heißt Barack Obama. Nach jahrelanger Blockade Washingtons sieht die Bundesregierung die USA unter ihrem künftigen Präsidenten in einer Führungsrolle beim internationalen Klimaschutz. "Sie wollen vorne auf der Lokomotive sitzen und nicht hinten als Bremser", sagte Gabriel in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Neu Delhi.

"Das wird die internationalen Klimaverhandlungen massiv beeinflussen. Es wird auch verhindern, dass sich Länder hinter den USA verstecken können. Bislang war es ja schön einfach, auf die USA zu zeigen und zu sagen, man macht nicht mit, solange die nicht mitmachen. Das geht bald so nicht mehr."

Gabriel hofft, dass die Auseinandersetzungen mit den USA rund um das Thema Klimaschutz und Kyoto-Ziele ein baldiges Ende haben könnten. Es wäre höchste Zeit. Wie am Montag bekannt wurde, hat der Ausstoß von Treibhausgasen in den Industrieländern trotz der Klimaschutzziele von Kyoto zugenommen.

Besonders die Länder der früheren Sowjetunion hätten dazu beigetragen, teilte das Klimasekretariat der Vereinten Nationen (UN) in seinem Jahresbericht mit. Die Emissionen von 40 Industriestaaten seien 2006 trotz anderslautender Vereinbarungen um 2,3 Prozent auf umgerechnet 18 Milliarden Tonnen CO2 gestiegen. 2000 lagen sie noch bei 17,6 Milliarden Tonnen.