In der Politik hält der Aktionismus angesichts der Krise an. Der künftige US-Präsident Obama soll ein Konjunkturprogramm planen, das seinesgleichen sucht. 700 Milliarden Dollar soll es umfassen, 2,5 Millionen Arbeitsplätze schaffen - Keynesianismus pur. Wer immer noch zweifelt, dass diese Krise Parallelen zu 1929 aufweist: Voilá, hier sind sie. Der New Deal lässt grüßen.

Zugleich hat die US-Notenbank klargemacht, dass sie die Zinsen, wenn nötig, bis auf Null senken wird. Weit sind wir davon nicht mehr entfernt. Derzeit liegt der Leitzins bei einem Prozent. Die ersten Beobachter rechnen schon damit, dass die Null Ende Januar erreicht ist.

Dann wäre Geld kostenlos zu haben. Nicht unbedingt für private Anleger, wohl aber für jene Banken, die sich gegenseitig Geld leihen. Schon jetzt sind die Marktzinsen ähnlich niedrig.

An solch einem Punkt ist es höchste Zeit, sich klarzumachen, welch gefährlicher Weg da beschritten wird, um die Märkte und die Volkswirtschaften zu retten. Die Zinsen werden massiv gesenkt, Banken fusionieren, und die übrig gebliebenen Institute dürfen kreativ in ihren Bilanzen herumbasteln, um weitere Abschreibungen zu verhindern. Das erscheint seltsam bekannt.

Allgemein hat sich die Meinung durchgesetzt, dass die aktuelle Krise vom ehemaligen US-Notenbankchef Alan Greenspan stark befördert wurde. Er senkte die Zinsen von 2001 bis 2003 in einem zuvor noch nie gesehenen Ausmaß. Die in den Jahren zuvor stark gewachsenen, weil teilweise fusionierten Banken nutzten das für eine lasche Kreditvergabe. Anschließend verbrieften sie die heiklen Darlehen. Die entsprechenden Vorschriften ermöglichten es ihnen, die Verbriefungen nur bedingt in ihren Bilanzen auszuweisen.

Vereinfacht kann man sagen, die Krise hat drei Ursachen: extrem niedriges Zinsniveau, zu große Banken und Bilanzierungsvorschriften, die die wirkliche Lage nicht richtig wiedergaben. Die gegenwärtigen Lösungsversuche gehen genau in die gleiche Richtung. Man senkt die Zinsen massiv, die Banken fusionieren, die Bilanzierungsvorschriften werden gelockert.