Der Dax fiel bis zum Nachmittag um 3,3 Prozent auf 4210 Punkte. "Alles, was von Unternehmen kommt, sind Gewinnwarnungen oder die Ankündigung von Stellenstreichungen", sagte ein Börsianer. Die Stimmung sei "dementsprechend mies".

Vor allem der am Mittwoch mitgeteilte düstere Ausblick von BASF lag vielen Marktteilnehmern immer noch schwer im Magen. "Das hat endgültig klar gemacht, dass sich die Krise auf alle Branchen erstreckt", sagte ein Händler. Zu den Unternehmen, die ihre Geschäftserwartungen reduzieren müssen, gesellten sich nun auch Gagfah und Sixt.

Die Kursverluste zogen sich quer durch alle Branchen. Kein einziger Dax-Wert stand auf der Gewinnerseite. Besonders stark standen erneut die Finanzwerte unter Druck, allen voran wieder die Aktie der Hypo Real Estate mit einem Abschlag von 16,1 Prozent auf 2,13 Euro. Die Aktien der Deutschen Bank verloren zeitweise 8,5 Prozent auf 19,57 Euro, die der Commerzbank 6,1 Prozent auf 5,54 Euro.

Zuvor waren auch die Kurse an der US-Börse massiv eingebrochen. Der Dow-Jones-Index fiel gestern erstmals seit März 2003 und damit seit dem US-Einmarsch in den Irak um gut fünf Prozent auf unter 8000 Punkte. Nach der kurzzeitigen Erholung am Vortag erlitten so gut wie alle Branchen hohe Verluste.

Ein Grund ist die Krise der großen US-Automobilkonzerne. Insbesondere die Titel der notleidenden Autobauer General Motors und Ford fielen tief: Mit einem Minus von 9,7 für GM und einem Minus von 25 Prozent für Ford ragten sie erneut mit massiven Abschlägen heraus.

Nicht nur die Autobauer selbst, auch die Börsianer warnten, ein Kollaps der Autoindustrie würde den Abschwung der US-Wirtschaft massiv verschärfen. Zudem habe die Fed bestätigt, was der Markt bereits erkannt habe, sagte ein Stratege. "Die Rezession ist da." In dem während des Handelsverlaufs veröffentlichten Sitzungsprotokolls der Fed vom 29. Oktober war trotz der jüngsten Zinsschritte von weiteren Abwärtsrisiken für die Konjunktur die Rede. Derzeit stütze einfach nichts das Vertrauen, "das der Markt benötigt, um irgendeinen anhaltenden Fortschritt zu erzielen", sagte ein weiterer Banker.

Zu den großen Verlierern gehörten darüber hinaus erneut die Finanzwerte. Viele Marktteilnehmer befürchteten, dass der Branche in Folge der Finanzkrise noch weitere Milliarden-Verluste bevorstehen. Citigroup-Aktien verloren 23,4 Prozent und notierten mit 6,40 Dollar auf dem tiefsten Stand seit mehr als 13 Jahren. Die Bank rutschte damit auf den fünften Platz der US-Rangliste zurück. Die Papiere der Bank of America gaben 14 Prozent nach. JPMorgan-Titel sanken um 11,4 Prozent.

Diese schlechten Vorgaben von der New Yorker Wall Street zogen auch die Tokioter Börse mit nach unten. Die japanischen Börsen sind auf den tiefsten Stand seit drei Wochen gefallen. Belastet wird die Stimmung auch durch anhaltende Sorgen wegen einer möglichen Rezession sowie des stärkeren Yen. Demnach beendete der Nikkei-Index den Vormittagshandel mit 4,3 Prozent im Minus bei 7915 Punkten. Vor allem Exportwerte standen auf der Verkaufsliste der Händler. Die Aktien des Kameraherstellers Canon fielen knapp vier Prozent und die des Chipherstellers Tokyo Electron um 8,5 Prozent.