Peter Stolterfoht (Stuttgarter Zeitung) zerpflückt die Arbeit der Stuttgarter Führung und die Mentalität der Spieler: "Mit dem geschassten Trainer ist der VfB gleichzeitig nicht auf einen Schlag all seine Probleme los. Denn Armin Veh hinterlässt eine ideenlos spielende und unmotiviert auftretende Mannschaft, bestehend aus völlig verunsicherten Neuzugängen, satten Meisterspielern des Jahres 2007 und Fußball-Legionären, denen es ziemlich egal ist, welcher Verein ihnen ihr Gehalt überweist. Angesichts dieses ungesunden Mischungsverhältnisses kann es nur der erste Schritt auf einem vermutlich langen Weg in eine bessere VfB-Zukunft sein."

Peter Unfried (tageszeitung) ahnt, dass sich der VfB von der Konkurrenz hat abhängen lassen: "In diesem Jahr wird durch neues Geld und neue (Hoffenheim, Wolfsburg) und alte Herausforderer (Leverkusen, Dortmund, Hertha) die Spitzenhierarchie neu ausgespielt – und Stuttgart könnte das erste von mehreren Teams sein, das abstürzt. Tabellarisch gesehen ist der VfB 11., hat fünfmal gewonnen, sechsmal verloren. Gibt Schlimmeres. Aber es war nicht nur das fünfte sieglose Spiel in Folge: Während die Herausforderer erkennbar neue Teams aufbauen, macht der VfB den Eindruck, als würde er immer weniger."

Markus Lotter (Berliner Zeitung) stellt fest, dass sich Geschichte in Stuttgart wiederholt und dass der Erfolg dort ein Tourist ist: "Mit der Entlassung des Cheftrainers gesteht der VfB Stuttgart ein, dass er wie schon so oft die Chance des unerwarteten Erfolgs nicht für sich nutzen konnte. Es ist den Stuttgartern wieder passiert, wie schon nach dem Titelgewinn 1984, als der Kunstfreund Helmut Benthaus trainierte, wie auch unter Christoph Daum 1992. Wieder einmal folgte auf den Jubel der Fall. Wieder einmal scheint eine Generation hoffnungsvoller Nachwuchsspieler weitgehend verloren, wieder einmal hat man offensichtlich jede Menge Geld auf dem Transfermarkt verschwendet. Und einen Trainer verbraucht. So bleibt der VfB Stuttgart eine Fahrstuhlmannschaft. Eine Mannschaft, die zwischen Spitze und Mittelfeld pendelt."

Matti Lieske (Berliner Zeitung) entlarvt die Kritik Christoph Daums am angeblich scheinheiligen Verhalten der siegreichen Hoffenheimer als den Einwurf eins Gekränkten: "So giftig, wie er sonst nur mit Uli Hoeneß redet, zerpflückte der Kölner Trainer das Hoffenheimer Saubermann-Image, von dem bis dahin indes nur er wusste, und bezichtigte den Gegner, bei Kevin McKennas zurecht mit der Roten Karte geahndetem Foulspiel an Vedad Ibisevic den Platzverweis gefordert zu haben. Zumindest nach dem Spiel hatte Daum so die Foulhoheit zurückgewonnen, und der neben ihm sitzende Hoffenheimer Trainer Ralf Rangnick war sichtlich konsterniert angesichts der offensiven Feindseligkeit des Kollegen und sich keiner Schuld bewusst. In Wahrheit waren Daums wildwütige Tiraden auch nur eine schlecht getarnte, aus bitterem Neid geborene Attacke gegen Rangnick und den verblüffenden Erfolg des Mitaufsteigers."

Kai Pahl (allesaussersport) schlägt beim Hamburger Sieg gegen Bremen die Hände vors Gesicht: "Eine grausame Partie, die einem angst und bange werden lässt, was die anstehenden Europapokalspiele angeht. Wen soll man mehr tadeln: den HSV, von dessen Heimvorteil nichts zu bemerken war und der spielerisch ohne Linie auftrat, oder Werder, das es gegen diesen HSV nicht geschafft hat, einen Punkt zu holen? Ein brutal schwaches Spiel."