Wolfgang Clement bleibt SPD-Mitglied. Als letzte innerparteiliche Instanz hat die Bundesschiedskommission das Parteiausschlussverfahren gegen den ehemaligen Bundeswirtschaftsminister, das vom SPD-Ortsvereins Bochum-Hamme angestrengt worden war, zurückgewiesen. Der Spruch des dreiköpfigen Parteigerichts ist dabei keine Überraschung. Spätestens seit sich SPD-Chef Franz Müntefering persönlich des Falls angenommen hatte, war klar: Die Partei ist darum bemüht, sich der Causa Clement möglichst geräuschlos zu entledigen. Eine der letzten Altlasten der kurzen Ära Beck wurde damit beseitigt.

Ganz so leise ist es allerdings dann doch nicht gegangen. Dafür hatte das Ausschlussverfahren im vergangenen Sommer zu viel Wirbel produziert und zu lange die Schlagzeilen bestimmt. Dafür hatte der ehemalige rot-grüne Superminister Clement viel zu gerne immer wieder Öl ins Feuer gegossen. Auch die Zeitungskolumne, in der er zwei Wochen vor der hessischen Landtagswahl im Januar zumindest indirekt dazu aufgerufen hatte, seine Parteifreundin und Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti nicht zu wählen, war eine gezielte Provokation.

Jetzt bekommt Clement dafür eine Rüge. Hätte der prominente Sozi diese schon im Frühjahr in der ersten Instanz akzeptiert, hätte sich die SPD das Theater des vergangenen Sommers sparen können. Noch in der Vorinstanz hatte die nordrhein-westfälische Landesschiedskommission Clements Verhalten als grobe Verletzung der innerparteilichen Solidarität gewertet, zumal Clement keine Bereitschaft zeigte, irgendetwas zurückzunehmen. Ganz im Gegenteil: Er kündigte an, im Zweifelsfall wieder so handeln zu wollen. Erst als sich im Sommer die Schlagzeilen überschlugen, rang sich Clement zu einer lauen Entschuldigung und einem Bedauern durch. Das war die Basis für den Kompromiss vor der Bundesschiedskommission.