Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Antwort auf die Frage vertagt, ob sie an der 50+1-Regel festhalten wird. Sie verbietet bislang Investoren, sich mehrheitlich an Klubs zu beteiligen. Ein Grund für die Verzögerung ist nicht zu erfahren, mit einer Entscheidung ist nun im Frühjahr 2009 zu rechnen. Damit ist wohl auch das Vorhaben Martin Kinds, des Klubchefs von Hannover 96, verschoben, gegen die Regel vor Gericht zu ziehen. Kind gilt als ihr prominentester Gegner, er schließt den Rechtsweg ausdrücklich ein.

Die Klausel schreibt vor, dass ein Klub bei einem Einstieg eines Investors die Anteilsmehrheit behalten muss. Um sie abzuschaffen, bedarf es einer Zweidrittelmehrheit der Liga. Doch die scheint auch nach der gestrigen Vollversammlung nicht in Sicht. Nicht einmal die Hälfte aller Vereine hat ihre Profiabteilungen in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert – was Voraussetzung ist, um Anteile verkaufen. Warum also sollten Schalke, Stuttgart oder der HSV durch ihre Zustimmung die Konkurrenz stärken?

Außerdem ist gestern die Frist für die Bewerber auf die TV-Rechte an den Bundesligen abgelaufen. Seitens der DFL heißt es, es gebe 19 Interessenten. Wahrscheinlich Anfang Dezember wird die Öffentlichkeit erfahren, wer welche Pakete erworben haben wird. Eine Spekulation besagt, dass auch amerikanische Sender mitbieten.