Die Finanzkrise und der weltweite Konjunkturabschwung haben die Stimmung in der Weltwirtschaft auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren gedrückt. Der vierteljährlich erhobene Indikator für das Weltwirtschaftsklima brach im Oktober von 73,4 Punkten im Vorquartal auf 60,0 Punkte ein, wie das ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Donnerstag in München mitteilte. Es war der fünfte Rückgang in Folge.

Aber auch für die kommenden sechs Monate wird kaum noch mit einer Erholung gerechnet. "Weltweites Problem Nummer eins ist die mangelnde Nachfrage", sagte ifo-Experte Gernot Nerb.

Nicht nur die großen Wirtschaftsregionen Nordamerika, Westeuropa und Asien sind von der Abkühlung des Wirtschaftsklimas betroffen, auch in Mittel- und Osteuropa, Russland, Lateinamerika und Japan trübte sich die Stimmung ein.

In Westeuropa verschlechterte sich das Wirtschaftsklima erneut in nahezu allen Ländern. Die aktuelle Situation werde derzeit vor allem in Spanien, Italien, Belgien und Irland ungünstig beurteilt, hieß es. Für Asien trübten sich sowohl die Urteile zur derzeitigen Lage als auch die Erwartungen für das kommende halbe Jahr ein.

In den USA werde die aktuelle Wirtschaftslage zwar ebenfalls weiterhin sehr ungünstig bewertet. Für die kommenden sechs Monate zeigten sich die Experten aber nicht mehr ganz so pessimistisch wie in der ersten Jahreshälfte. Die USA könnten Vorreiter für eine Trendwende sein, sagte Nerb.