ZEIT ONLINE: Herr Heinemann, die EU-Kommission will ein koordiniertes Konjunkturpaket in Höhe von 130 Milliarden Euro auflegen. Ein kluger Schritt?

Heinemann: Ja. Brüssel legt nun eine Klammer um die bereits beschlossenen Programme der Mitgliedsstaaten. Das bringt zwar keine großen neuen Impulse. Deutschland etwa hat bereits angekündigt, nicht mehr beisteuern zu wollen als jene 32 Milliarden, die bereits beschlossen sind. Dennoch halte ich den Plan für klug.

ZEIT ONLINE: Warum?

Heinemann: Nationale Konjunkturpakete wirken oft nicht gewünscht. Wenn jeder Staat wie bisher einzeln eingreift, gibt es die Gefahr von Trittbrettfahrern. Kleinere Länder könnten etwa darauf setzen, dass die großen Länder sich kümmern, ohne selbst etwas für die eigene Konjunktur tun zu müssen.

ZEIT ONLINE: Und der Vorschlag der Kommission bannt die Gefahr des Trittbrettfahrens?

Heinemann: Ja. Der Plan sieht vor, dass jeder Staat ein Prozent des eigenen Bruttoinlandsprodukts beisteuert. Damit holt man auch die kleinen Staaten mit ins Boot, die vorher nichts für die heimische Konjunktur getan haben. Das ist von Vorteil für die großen Mitgliedsländer.

ZEIT ONLINE: Ist es denn überhaupt richtig, dass die Staaten jetzt weitere Milliarden in die Hand nehmen, um die Wirtschaft zu stützen?

Heinemann: Wenn es richtig gemacht wird: ja.

ZEIT ONLINE: Was genau plant denn die Kommission?