Im Nachmittagshandel zahlten Händler für ein Fass (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) eine Zeitlang nur noch 49,91 Dollar. Dies ist der niedrigste Stand seit Mai 2005. Später stieg der Preis wieder etwas an und notierte bei 50,50 Dollar. Im Juli hatte ein Fass US-Öl noch beinahe 150 Dollar gekostet - das war Rekord.

An der Rohstoffbörse in London gaben die Preise ebenfalls kräftig nach. Ein Fass der Nordseesorte Brent sank auf bis zu 48,20 Dollar. Auch hier wurde der niedrigste Preis seit Mai 2005 verzeichnet. Später kostete ein Barrel Brent mit 48,74 Dollar knapp drei Dollar weniger als am Vortag.

Auch der Preis für OPEC-Rohöl sank weiter. Ein Barrel aus den Fördergebieten des Kartells habe am Mittwoch 45,89 Dollar gekostet, teilte das OPEC-Sekretariat am Donnerstag in Wien mit. Das waren 0,66 Dollar weniger als am Dienstag. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten der Mitgliedsländer.

Hinter dem Preisrutsch steckt die globale Wirtschaftskrise, die die Nachfrage nach Öl sinken lässt. Offenbar müssen Ölfirmen schon Tanker buchen, um ihre überschüssige Produktion zu lagern. Die Schiffe können etwa zehn Millionen Barrel fassen - etwas mehr als Saudi-Arabien am Tag fördert.

Experten führten den erneuten Preisrutsch vor allem auf enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA zurück. So waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nach Zahlen vom Donnerstag in der abgelaufenen Woche auf den höchsten Stand seit 16 Jahren geklettert. Im aussagekräftigeren Vier-Wochen-Schnitt stieg die Zahl sogar auf den höchsten Wert seit 1983. Die Daten deuteten auf eine anhaltend schwache Entwicklung am US-Arbeitsmarkt und mithin eine sinkende Nachfrage nach Ölprodukten hin, hieß es.