Reich-Ranicki habe die Zusammenarbeit im Streit mit der Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz beendet. Für eine neue Serie über große Autoren habe er den Verlag gewechselt, sagte Reich-Ranicki und bestätigte damit einen Bericht des Magazins Cicero. Ein erster Band Mein Schiller werde noch in dem zu Suhrkamp gehörenden Insel-Verlag erscheinen. Die weiteren fünf Bände im Hamburger Verlag Hoffmann und Campe. Reich-Ranicki sagte, er fühle sich von Suhrkamp "schlecht behandelt".

Der Kritiker berichtete, er habe Ulla Unseld-Berkéwicz gebeten, das Buch Mein Schiller freizugeben, damit es in dem Hamburger Verlag erscheinen könne. Die Verlegerin habe auf den Vertrag verwiesen und sich geweigert. "Mit ihr zu tun zu haben ist eine Qual", sagte Reich-Ranicki. "Ich bin ein älterer Mensch. Ich brauche keine Kräche. Aber sie braucht sie."

Gleichzeitig lobte der 88-Jährige ihren 2002 verstorbenen Ehemann Siegfried Unseld: "Meine Zusammenarbeit mit Unseld war immer sehr gut." Der Kritiker sagte, er hätte es lieber gesehen, wenn alle sechs Bände der Reihe bei Hoffmann und Campe erschienen wären. Außerdem seien geplant: Mein Heine, Mein Lessing, Mein Kleist, Mein Büchner und Mein Kafka.