In einer dramatischen Rettungsaktion steigt die US-Regierung bei der taumelnden US-Großbank Citigroup ein und stellt Bürgschaften für Kredite im Umfang von 306 Milliarden Dollar zur Verfügung. Nach hektischen Verhandlungen auch unter Beteiligung des voraussichtlich künftigen Finanzministers Timothy Geithner teilte die Regierung am Montag mit, sie werde für 27 Milliarden Dollar Vorzugsaktien an dem ehemals größten Geldinstitut erwerben. Die Bank ist in rund 100 Ländern aktiv.

Die Aktien der deutschen Banken haben vom Rettungspaket für die US-Großbank Citigroup profitiert. Die Papiere der Hypo Real Estate kletterten um 15 Prozent, Commerzbank-Titel gewannen 6,5 Prozent, und die Deutsche Bank legte um drei Prozent zu. "Der Markt ist erleichtert, dass die Citigroup gerettet wird", sagte ein Händler.

Doch der Eingriff der US-Regierung ist gleich an mehrere Bedingungen geknüpft: Der Staat erhält für die Vorzugsaktien eine achtprozentige Dividende. Bisher hatte die Regierung für Hilfen aus dem 700-Milliarden-Rettungspaket einen Aufschlag von fünf Prozent verlangt. An den Bürgschaften beteiligen sich auch die US-Einlagensicherung FDIC und die Notenbank Fed.

Zwar muss die Bank zunächst keine Veränderungen in ihrem Management vornehmen, sie stimmte aber strengeren Auflagen für die Bezahlung ihrer Führungskräfte zu. In den kommenden drei Jahren darf die Bank ohne Zustimmung des Finanzministeriums außerdem keine Dividende von mehr als einem Cent pro Aktie ausschütten.

Der Vereinbarung zufolge muss das Geldhaus aus dem abgesicherten Kreditpaket Verluste von bis zu 56,7 Milliarden Dollar selbst schultern. Demnach soll es für die ersten 29 Milliarden Dollar alleine geradestehen und darüber hinaus zehn Prozent aller weiteren Einbußen übernehmen.