Steuerreform und weitere Entlastungen:

Die CDU erneuert das Versprechen einer Steuerreform – nach der Wahl. Der Tarifverlauf soll verändert werden, damit Gehaltserhöhungen nicht länger durch automatisch höhere Steuersätze ("kalte Progression") zum Großteil wieder an den Staat fließen. Ziel ist "Mehr Netto vom Brutto", aber auch der Abbau der Staatsverschuldung. Familien mit Kindern sollen künftig weniger Steuern zahlen als kinderlose Ehepaare.

Mindesteinkommen statt Mindestlohn:

Die CDU plädiert anstelle der in der großen Koalition vereinbarten Mindestlöhne für Mindesteinkommen aus Löhnen und Lohnzuschüssen. Sittenwidrig niedrige Löhne sollen verboten werden. Wer sein Leben lang gearbeitet hat, soll eine Rente über der Armutsgrenze bekommen. Zur Wirtschaftsförderung fordert die CDU eine Entrümpelung des Arbeitsgesetzbuches, Bürokratieabbau und schnellere Genehmigungsverfahren. Die frühere Forderung nach Lockerung des Kündigungsschutzes taucht nicht mehr auf.

Renaissance des Leitbildes des "Ehrbaren Kaufmanns":

Vor dem Hintergrund der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise fordert die CDU eine Rückbesinnung auf klassische Werte wie Nachhaltigkeit, Vernunft, Solidarität, Ehrlichkeit, Verantwortungsbereitschaft und Anstand. Wer von Beschäftigten Lohnverzicht fordere, müsse auch selbst dazu bereit sein.

Energiemix mit Atomkraft und Klimaschutz:

Den Klimaschutz stellt die CDU als ihr zentrales Anliegen heraus. Nachhaltiges Wirtschaften soll ein Leitmotiv der sozialen Marktwirtschaft werden. Gleichzeitig tritt die CDU für einen Energiemix mit längeren Laufzeiten der Atomkraftwerke ein. Die Mehreinnahmen der Stromkonzerne sollen den Verbrauchern und neuen Energietechnologien zugutekommen. Die Frage eines Neubaus von Atomreaktoren lässt die CDU offen.

Werben für die Bildungsrepublik:

Merkel hat die "Bildungsrepublik" ausgerufen. Bis 2015 sollen die jährlichen Ausgaben für Bildung und Forschung zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen, gut ein Prozent oder 25 Milliarden Euro mehr als heute. Bei Kindern aus Zuwandererfamilien will die CDU Deutschkenntnisse fördern, in zentralen Abiturfächern bundesweite Standards. Mangels Zuständigkeit des Bundes sind dies Appelle an die Länder.

Aufbau Ost und DDR-Vergangenheitsbewältigung:

Mit einem Bekenntnis zur weiteren Förderung der ostdeutschen Länder im nächsten Jahrzehnt will die CDU sich gegen den Machtverlust im Osten stemmen. Gleichzeitig grenzt sie sich scharf gegen die dort erfolgreiche Linkspartei als Nachfolgepartei der SED ab. Eine kritische Betrachtung der Rolle der früheren Ost-CDU als Blockpartei in der DDR wurde erst nachträglich in den Antrag aufgenommen.