Beim Bundesparteitag in Stuttgart erhielt Merkel 844 von 890 gültigen Delegiertenstimmen, das entspricht einer Quote von 94,83. Es gab 46 Nein-Stimmen und 16 Enthaltungen. Vor zwei Jahren in Dresden hatte Merkel 93,06 Prozent erzielt. Nur bei ihrer ersten Wahl in Essen im Jahr 2000 hatte sie mit 95,94 Prozent besser abgeschnitten als jetzt in Stuttgart.

In ihrer Auftaktrede hatte sie rasche Steuersenkungen strikt abgelehnt. An einem "sinnlosen Wettbewerb um Milliarden" wolle sie sich nicht beteiligen. Spätere Maßnahmen gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise schloss die Vorsitzende der CDU allerdings nicht aus: "Deutschland wird sich alle Optionen offenhalten, um die Folgen dieser Krise weiter wirkungsvoll zu bekämpfen. Ich sage ausdrücklich: alle Optionen." Die Regierung sei in der Lage, "wenn nötig – und das haben wir bewiesen – auch blitzschnell" zu handeln.

Merkel rief dazu auf, in der Krise Maß zu halten. "Man kann nicht auf Dauer über seine Verhältnisse leben", sagte sie. Dazu sei der Mut nötig, "auch einmal gegen den Strom zu schwimmen". Das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts werde später erreicht, bleibe aber für die nächste Wahlperiode erhalten.

Merkel mahnte die Verantwortung von Bankern und Unternehmern an und räumte ein, dass der Staat in der Finanzkrise für die Rahmenbedingungen zuständig sei. Die Unternehmen könnten nicht den Rahmen setzen. Merkel versicherte: "Es geht mir nicht um die Suche nach Sündenböcken."

Widerspruch von Merz