Die große Mehrheit der Redner unterstützte den Kurs der Kanzlerin. Allerdings ging der frühere Unions-Fraktionschef und Wirtschaftsexperte Friedrich Merz auf Gegenkurs. Er forderte, die geplante Steuerentlastung teilweise vorzuziehen. Merkel will diese mit Rückendeckung des Bundesvorstands aber erst nach der Bundestagswahl 2009 umsetzen. "Wir geben ein Signal an die Arbeitnehmerhaushalte", sagte Merz. Unterstützung bekam er vom rheinland-pfälzischen CDU-Chef Christian Baldauf. Hessens Ministerpräsident Roland Koch wies die Forderungen zurück. Merz, der zum Ende der Legislaturperiode aus dem Bundestag ausscheidet, erhielt für seinen Beitrag viel Beifall.

Merkel hatte zuvor vor den rund 1000 Delegierten Geschlossenheit angesichts der Wirtschaftskrise und mit Blick auf das Wahljahr 2009. Sie zog eine positive Bilanz der dreijährigen Regierungsarbeit der schwarz-roten Koalition und kündigte Eckpunkte für das Wahlprogramm der CDU an. Dazu zählte sie eine Steuerreform, die langfristige Senkung der Lohnnebenkosten unter 40 Prozent des Bruttolohns und den Stopp des Ausstiegs aus der Kernenergie.

Die Linkspartei griff sie scharf an. Noch immer seien die Folgen nicht überwunden, die der Sozialismus über die Ostdeutschen gebracht habe. "Wir fallen nicht auf Euch herein, ihr Spitzbuben, oder sollte ich besser sagen: ihr Spitzelbuben."

Nach der Wahl Merkels bestätigten die Delegierten auch die Stellvertreter der Parteichefin. Von den vier stellvertretenden Bundesvorsitzenden erhielt Roland Koch 88,76 Prozent und Jürgen Rüttgers 77,51 Prozent. Für Annette Schavan stimmten 73,95 Prozent der Delegierten, für Christian Wulff 78,92 Prozent.