Benz und Kuckelkorn ist es gelungen, diese Geräte haltbarer zu machen, damit sie 20 Jahre lang einsetzbar sind. Außerdem konnten sie die Energie-Effizienz der Receiver steigern: Dazu wurde die Glashülle so beschichtet, dass 96 Prozent der Sonnenenergie durchdringen kann und nur etwa vier Prozent der Strahlung reflektiert wird. Das innere Rohr erhielt eine Spezialbeschichtung, wodurch die Wärme fast vollständig an das Öl weitergegeben wird.

Der Mitentwickler Benz ist sich sicher, dass die Nachfrage nach dieser Technik weiter steigen wird. "Letztlich wird am großen Ausbau der Solarenergie kein Weg vorbeiführen", sagt der 48-Jährige. Im Moment sind eine Reihe von 50-Megawatt-Kraftwerken in Spanien im Bau. Sie erzeugen jeweils rund 160 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Damit könnten 45.000 Haushalte in Deutschland mit Energie versorgt werden. "Um den gleichen Strom konventionell zu erzeugen, müsste man 50.000 Tonnen Öl verbrennen, wobei 155 Millionen Kilogramm Kohlendioxid freigesetzt würden", rechnet Kuckelkorn vor.

Sinnesorgane aus Silizium
Der große Stolz des Reutlinger Bosch-Werks ist eine drei tausendstel Millimeter kleine Feder, die als Sensor eingesetzt werden kann. Wie eine Hörzelle im Ohr, registriert sie Bewegungen. Einige Anwendungen gibt es schon lange: Fährt ein Auto gegen einen Baum, registrieren Sensoren den Aufprall und lösen den Airbag aus.

Aber die Reutlinger Forscher Jiri Marek, Frank Melzer und Michael Offenberg wollen mit den Federn, die nur unterm Mikroskop zu erkennen sind, die Unterhaltungselektronik revolutionieren. Als Beispiel holt Melzer sein Handy aus der Tasche. "Wenn ich es mit dem Display nach unten auf den Tisch lege, ist es stumm geschaltet." So müsse man die Stumm-Funktion nicht mehr aufwendig über die Tasten auswählen.

Auch Spielkonsolen nutzen die Technik schon: Die Fernbedienung wird zum Beispiel als Boxhandschuh oder Tennisschläger verwendet. Winzige Sensoren übertragen die Schlagbewegung an die Konsole. Damit das funktioniert, brauchen Geräte "elektronische Sinnesorgane", erklären die Ingenieure. Damit die Technik auch in ein Handy passt, entwickelten sie eine Methode, mit der sich die Messfühler aus Silizium kleiner, Strom sparender und günstiger produzieren lassen. Knapp einen Euro kostet der Sensor.

Und sie haben noch mehr Ideen für ihre Mini-Sensoren: In der Altenpflege könnten sie Alarm schlagen, wenn ein Mensch gestürzt ist. Sollte ein Laptop vom Tisch fallen, könnten vor dem Aufprall noch schnell die Daten gesichert werden.