Als zweite Frau nach Catherine David wird die Amerikanerin Carolyn Christov-Bakargiev die Documenta leiten. Das gab die Geschäftsführung der Kasseler Kunstausstellung bekannt. Christov-Bakargiev sagte, die Wahl sei eine "Ehre und große Freude, ein Segen und eine Herausforderung". Zu ihrem Konzept für die alle fünf Jahre stattfindende Ausstellung moderner Kunst wollte sich die 51-Jährige aber nicht äußern. "Sie sind hier, um Details herauszufinden", sagte sie auf der Pressekonferenz, "ich bin hier, um Ihnen das nicht zu sagen".

Die in Italien arbeitende Christov-Bakargiev ist in Kunstkreisen wenig bekannt, obwohl sie mehrere Ausstellungen in Italien, Belgien, den USA und Australien kuratiert hat. "Sie ist erbarmungslos und fordert einen hohen Standard und holt so das Beste aus den Künstlern heraus", sagte der Sprecher der Findungskommission, Kasper König, vom Kölner Museum Ludwig. Die Documenta 2007, die der ebenfalls zuvor kaum bekannte Roger Martin Buergel geleitet hatte, hatten 754.000 Besucher gesehen.

Christov-Bakargiev bezeichnete die Künstler als die Hauptpersonen der Documenta 13 unter ihrer Leitung. "Ich bin nur die Kuratorin, nur eine Stimme von vielen." Zudem werde sie Experten um sich scharen, um mit ihnen die Ausstellung zu gestalten. "Ich mag den Begriff Team nicht, weil das so nach Sport klingt. Nennen wir die Leute lieber Gesprächspartner, meinetwegen auch Kameraden, weil wir viel miteinander kommunizieren und uns austauschen müssen."

Von den bisherigen Documenta-Leitern habe sie vor allem die Arbeit Werner Haftmanns beeindruckt, der die Documenta II (1959) und III (1964) gestaltet hatte. Sie kenne die Kasseler Ausstellung seit 1987. Es sei ihr Ehre und Privileg, die zweite Frau an der Spitze der Ausstellung zu sein, sagte sie.

Die 51-Jährige will im Januar nach Kassel zurückkehren und in Nordhessen viel Zeit verbringen. Vorerst wolle sie jedoch ihre Reisen fortsetzen und ihren jetzigen Arbeitsort, das Castello di Rivoli in Turin, erst verlassen, wenn sie ihn in guten Händen wisse.