150 Kilometer südöstlich von Moskau haben Archäologen Kunstobjekte aus der Altsteinzeit gefunden. Neben verzierten Mammut-Stoßzähnen entdeckten Hizri Amirkhanov und Sergey Lev von der Russischen Akademie der Wissenschaft zwei Figuren in Form weiblicher Körper sowie ein zylinderförmiges Objekt, dessen Funktion noch unklar ist.

Die Artefakte stammen aus der späten Steinzeit, die etwa 35.000 Jahre vor Christus begann und 8000 Jahre vor unserer Zeitrechnung endete. In dieser Epoche begann der Mensch, neben Werkzeugen aus Holz, Elfenbein oder Knochen auch Kunstgegenstände herzustellen. Außerdem stießen die Forscher auf eine Mammut-Rippe, in die verschiedene Verzierungen hineingeschnitzt worden waren.

Alle Fundstücke stammen aus einer steinzeitlichen Lagerstätte, die mit Sand ausgelegt und vor der Witterung geschützt war, wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift Antiquity berichten. Die beiden Frauen-Figuren waren bedeckt von dem Schulterblattknochen eines Mammuts. Ähnliche Statuetten in Frauengestalt wurden bereits in verschiedenen Regionen von Spanien bis Sibirien ausgegraben. Welche Bedeutung diese "Venus"-Figuren für die Frühmenschen hatten, ist unter Archäologen umstritten.
 
Rätselhaft bleibt auch, wozu das kleine zylindrische Stück aus Mammut-Elfenbein gedient haben könnte, das ebenfalls in der steinzeitlichen Lagerstätte überdauerte. Noch nie wurde ein ähnlicher Gegenstand aus der Steinzeit gefunden, berichten die Archäologen.