Barack Obama wird nach seinem Amtsantritt nicht die üblichen 100 Tage erhalten, um sich einarbeiten zu können. Im Gegenteil: Schon Wochen vor seinem Einzug ins Weiße Haus wird er in die Verantwortung genommen: zuerst durch eine globale Finanz- und Wirtschaftskrise von bisher nicht erlebtem Ausmaß und nun in der vergangenen Woche von einer brutalen Terrorattacke auf Mumbai, das Wirtschafts- und Finanzzentrum der aufstrebenden Großmacht Indien.

Zwar haben die blutigen Tage von Mumbai und auch die Unruhen in Thailand keine ursächlichen Verbindungen mit der großen globalen Krise. Doch sie müssen auf dem Hintergrund einer allgemeinen wirtschaftlichen Destabilisierung analysiert werden.

Die gegenwärtige globale Krise wird aus guten Gründen mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 verglichen. Deshalb wird man sich jenseits des Krisenmanagements auch der Frage zuwenden müssen, welche politischen Folgen die aktuelle Weltkrise haben könnte.

Im Jahr 1929 führte der Weg von der globalen Wirtschaftsdepression hinein in den Zweiten Weltkrieg. Gott sei Dank ist diese Option heute auf der Ebene der globalen Mächte nicht mehr möglich. Die gegenseitige nukleare Abschreckung wirkt. Dieser Ausschluss der Option Krieg wird jedoch für die Krisen- und Randzonen der Weltpolitik und die dortigen Staaten nicht in gleichem Ausmaß gelten, ganz gewiss nicht für nichtstaatliche Akteure, wie Terrororganisationen. War der Horror von Mumbai also ein Fanal für die kommenden Jahre?