Die indische Regierung hat "Elemente" in Pakistan für die Anschläge im Luxushotel Taj Mahal verantwortlich gemacht und eine Verschärfung ihres Anti-Terror-Kampfes angekündigt. Dafür solle eine zentrale Ermittlungsbehörde aufgebaut und die Überwachung des indischen Luftraums sowie der Küstengewässer verbessert werden, sagte Premierminister Manmohan Singh.

Laut Medienberichten drohte Außenminister Pranab Mukherjee der pakistanischen Führung mit "ernsthaften Konsequenzen". Der einzige festgenommene Attentäter der Anschlagsserie habe Mutmaßungen über die Verbindung der Terroristen nach Pakistan bestätigt. Die Gruppe habe sich ein Jahr lang in einem Trainingslager der radikal-islamischen Organisation Lashkar-e-Toiba in Pakistan auf die Anschläge vorbereitet, sagte der Mann bei seinem Verhör.

Der 21-jährige Ajmal Amir Kasav war bei dem Gefecht mit der Polizei verletzt worden. Er habe zu einer Gruppe von 24 jungen Männern gehört, sagte Kasav. "Zehn von uns wurden am Ende für die Operation in Bombay ausgewählt", sagte er. Seine Gruppe habe Bombay auf dem Seeweg erreicht.

Kasav soll erst auf dem Chhatrapati-Shivaji-Bahnhof, dem historischen Victoria-Bahnhof, und später in einem Krankenhaus das Feuer eröffnet haben. Er wurde am Mittwoch festgenommen. Der Befehlshaber der Attentate habe Kasav eingeschärft, "bis zum letzten Atemzug zu töten". Jeder Attentäter habe sechs oder sieben Magazine mit je 50 Kugeln erhalten, dazu je acht Handgranaten, ein Schnellfeuergewehr, eine Automatikwaffe und Trockenfrüchte als Proviant.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, habe die pakistanische Regierung inzwischen angekündigt, 100.000 Soldaten an die Grenze zu Indien zu verlegen. Dadurch würden die Truppen für den vor allem von den USA geforderten Kampf gegen die Taliban und andere radikalislamische Gruppen in den an Afghanistan angrenzenden Stammesgebieten nicht mehr zur Verfügung stehen.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Spannungen der beiden Staaten wird US-Außenministerin Condoleezza Rice am Mittwoch in Neu-Delhi erwartet. Mit der Reise seiner Außenministerin wolle der scheidende US-Präsident George W. Bush ein Zeichen der Solidarität setzen, teilte das Weiße Haus in Washington mit. Mit dem Besuch "demonstrieren die USA ein weiteres Mal ihre Entschlossenheit, solidarisch an der Seite des indischen Volkes zu stehen", hieß es in einer Erklärung der US-Regierung.