Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wachsen in der Regierung die Zweifel, ob die bisherigen Maßnahmen zur Belebung der Konjunktur ausreichen. Die Zeitung bezieht sich dabei auf Aussagen aus SPD- und Unionskreisen, wonach in Fraktion und den Ministerien "ohne jedes Denkverbot" über neue Ideen zur Stützung der Konjunktur nachgedacht werde.

In der CDU-Führung überlege man, den Einbau von "intelligenten Stromzählern" staatlich zu fördern. Dies könne dabei helfen den Energieverbrauch zu reduzieren. Die Sozialdemokraten hingegen überlegen, ein neues Programm zur Sanierung von öffentlichen Gebäuden aufzulegen, um das Handwerk zu stützen.

Am Dienstag diskutierte die SPD-Fraktion erstmals Maßnahmen zur Belebung des privaten Konsums. In einem Papier des Ökonomen und Parteilinken Karl Lauterbach wird ein 500-Euro-Gutschein für alle Bundesbürger vorgeschlagen. Mit diesem könnten Konsumgüter gekauft oder Handwerksrechnungen beglichen werden.

Voraussetzung für die Einlösung ist allerdings eine Aufstockung von 200 Euro aus eigener Tasche. Sozialhilfe- und Hartz-IV-Empfänger sind von der Zuzahlung befreit, Kinder und Jugendliche erhalten 250 Euro und müssten ebenfalls keinen eigenen Anteil aufbringen. Das Modell lässt den Bürgern acht Wochen Zeit, den Gutschein einzulösen, bevor dieser verfällt. Allerdings darf das Geld nicht gespart oder für Versicherungen ausgegeben werden. Firmen können die entgegengenommenen Gutscheine mit der Steuer verrechnen.

Da das Papier nicht mit der SPD-Führung abgestimmt ist, gibt es von der Parteispitze noch keine offizielle Haltung. Die Rheinische Post  berichtet, dass Parteichef Müntefering die Ausgabe von Konsum-Gutscheinen ebenso wie Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier befürwortet. Finanzminister Peer Steinbrück hingegen lehne die Maßnahmen ab. Inzwischen signalisierte auch der saarländische SPD-Vorsitzende Heiko Maas Unterstützung für den Vorschlag."Das könnte kurzfristig dazu führen, dass die zur Zeit einbrechende Konjunktur wieder verbessert wird. Und deshalb halte ich das für sinnvoll", sagte Maas am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin.