Staatspräsidentin Pratibha Patil, die sich derzeit in Indonesien aufhält, habe das  Rücktrittsersuchen von Innenminister Shivraj Patil akzeptiert, berichtete der Sender NDTV am Sonntag. Indische Medien hatten seit Tagen über einen Ablösung des 74-Jährigen spekuliert, bereits nach früheren Anschlägen in Indien war Patil schlechtes Krisenmanagement vorgeworfen worden.

Nach Angaben des Eigentümers des von Terroristen gestürmten Luxushotels Taj Mahal gab es vor der Anschlagsserie in der westindischen Finanzmetropole Warnungen vor möglichen Angriffen. Wie der Chef des Tata-Konzerns, Ratan N. Tata, dem US-Sender CNN sagte, waren verschärfte Sicherheitsvorkehrungen in dem Haus jedoch vor kurzem teilweise wieder aufgehoben worden. Allerdings hätten die getroffenen Maßnahmen den Angriff auch nicht verhindern können.

Beispielsweise hätten keine Autos vor dem Haupteingang des Hotels parken dürfen, sagte er. Außerdem hätten Besucher dort durch einen Metalldetektor gehen müssen. Jedoch seien die Terroristen durch den Hintereingang in die Hotelküche gelangt. "Sie wussten, was sie tun", sagte Tata. "Sie hatten alles geplant." Indische Sicherheitskräfte hatten am Samstag mit dem Taj Mahal das letzte Gebäude aus der Gewalt von Islamisten befreit.

Überlebender Terrorist sagt aus

Wie indische Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise berichteten, wurden die Angreifer der Terrorgruppe Lashkar-e-Toiba von Pakistan aus auf die Anschläge vorbereitet. Dies hätten Vernehmungen des einzig überlebenden von zehn Terroristen, dem 22-jährigen A.A. Kasav aus Faridkot in Pakistan, ergeben, berichtete der Sender CNN-IBN .

Dem Bericht zufolge hat Kasav ausgesagt, dass zwölf Terroristen von der pakistanischen Hafenstadt Karachi aus per Schiff in Richtung Bombay gefahren seien. Wie CNN-IBN unter Berufung auf Geheimdienstinformationen weiter berichtete, hätten sie auf See ein anderes Schiff gekapert, die Besatzungsmitglieder getötet und den Kapitän gezwungen, sie nach Bombay zu fahren. Fünf Seemeilen vor der Stadt hätten sie dann auch den Kapitän umgebracht.

Die Vorbereitungen haben dem Sender zufolge vor Monaten begonnen. Eine Gruppe sei bereits vor vier Monaten nach Mumbai gereist, um Ziele auszukundschaften. Nach einem Bericht der Zeitung Times of India sollen mehrere Terroristen auch in dem jüdischen Zentrum, das später zu einem der Hauptanschlagsziele wurde, für kurze Zeit gewohnt haben. Außerdem sei geplant gewesen, das Taj-Mahal-Hotel in die Luft zu sprengen. Bei der Serie von Attentaten, die am Mittwochabend begonnen hatte, sind 183 Menschen getötet und 239 verletzt worden.

Während die Suche nach den Hintermännern läuft, verschärft sich der Ton zwischen Indien und seinem Nachbarland Pakistan. Die Regierung Indiens hatte schnell "Elemente" in Pakistan für den Terror verantwortlich gemacht. Die Regierung in Islamabad warnte vor eilfertigen Beschuldigungen und drohte zugleich ihre Soldaten aus der Grenzregion zu Afghanistan abzuziehen und in andere Gebiete zu verlegen, falls die Spannungen mit dem indischen Nachbarn weiter steigen sollten. Wie der pakistanische Sender Dawn TV unter Berufung auf Regierungskreise in Islamabad weiter berichtete, hatte zuvor Indiens Außenminister Pranab Mukherjee der pakistanischen Führung in einem Telefonat mit "ernsthaften Konsequenzen" gedroht.