Sechs Kriegsschiffe und drei Flugzeuge aus den EU-Staaten sollen am kommenden Montag im Rahmen der "Operation Atalanta" ihren Einsatz vor der Küste Ostafrikas beginnen. Dort lösen sie die Nato-Flotte ab, die dort bisher für den Schutz von Handelsschiffen vor Piratenangriffen im Einsatz war.

"Die Dinge sind gut vorbereitet", sagte EU-Chefdiplomat Solana am Rande eines Treffens der Nato-Außenminister. "Es ist eine robuste Mission mit dem Auftrag, andere Schiffe zu begleiten, zu beschützen und Piraten abzuschrecken."

Die Nato-Außenminister betonten in einer Abschlusserklärung, dass das Bündnis weiterhin für Anti-Piraterie-Einsätze am Horn von Afrika bereit sei. Allerdings müssten die Vereinten Nationen Rechtsgrundlagen schaffen, beispielsweise für den Umgang mit gefangenen Piraten. Auch Solana unterstützte diese Forderung: "Diese Frage ist nicht klar. Und jeder Staat hat eigene Regeln dafür. Einig sind sich alle nur darin, dass man die Piraten stoppen muss."

Außenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßte die am Dienstag beschlossene Verlängerung des Mandats des UN-Sicherheitsrates zum Einsatz gegen Piraten. Das Bundeskabinett in Berlin wird voraussichtlich am 10. Dezember über die deutsche Beteiligung mit einer Fregatte und bis zu 1400 Soldaten entscheiden. Der Bundestag könnte das Mandat damit noch vor Weihnachten beschließen.

Derweil ging zwei Wochen nach der Kaperung eines jemenitischen Schiffes vor Somalia die Geiselnahme ohne Lösegeldzahlung zu Ende. Die acht Besatzungsmitglieder des Frachters "Erina" seien unversehrt, erklärte der jemenitische Botschafter in Somalia. An der Beendigung waren somalische Stammesälteste maßgeblich beteiligt.

Die Seeräuber hatten zwei Millionen Dollar Lösegeld für das Schiff verlangt. Der Schiffseigner, der selbst somalischer Herkunft ist, weigerte sich jedoch, mit den Piraten zu verhandeln. Stattdessen setzte er auf den moralischen Druck durch die Stammesältesten, die nach Eyl kamen, um die Piraten zum Aufgeben zu bewegen.