Wenn im Weltall ein Stern stirbt, erlischt er nicht einfach wie eine durchgebrannte Glühbirne. Sterne verabschieden sich mit einer gewaltigen Explosion, bei der ungeheure Kräfte frei werden. Dabei entsteht ein Lichtblitz, der so hell ist, dass er selbst aus Zigtausenden von Lichtjahren Entfernung eines Tages die Erde erreicht. Eine solche Supernova ist selbst dann noch nachweisbar, wenn sie am äußersten Rand des heute bekannten Universums explodiert.

Wie es jedoch genau zur Explosion kommt und was vom ursprünglichen Stern übrig bleibt, ist schwer zu ergründen. Besonders interessant sind deshalb Supernovae in der Milchstraße, unserer Heimatgalaxie. "So eine Explosion direkt vor der Haustür wäre ein Glücksfall für die Forschung", sagt Oliver Krause vom Max-Planck-Institut für Astronomie (MPI) in Heidelberg. Dabei könnten die Astronomen sehr genau beobachten, was bei einer Supernova abläuft und um welchen Typus es sich handelt – denn einige der sterbenden Sterne verwandeln sich bei der Explosion in einen extrem dichten Neutronenstern oder gar in ein Schwarzes Loch. Andere werden komplett in Stücke gerissen.

Pech für die Wissenschaftler, dass Supernova-Explosionen extrem selten sind: Die letzte spektakuläre Sternexplosion in der Milchstraße, die mit bloßem Auge sichtbar war, beobachtete Johannes Keppler im Jahr 1604. Doch moderne Astronomen wollen nicht darauf vertrauen, dass zufällig noch zu ihren Lebzeiten wieder ein Stern in der Milchstraße stirbt, dessen Supernova sie dann im Detail erforschen könnten. Deshalb haben sie ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Supernovae aus vergangenen Zeiten noch einmal in Echtzeit beobachten lassen.

Wie Oliver Krause und seine Kollegen vom MPI im Wissenschaftsmagazin Nature berichten, konnten sie jetzt eine Supernova aus dem Jahr 1572 sichtbar machen, die der dänische Astronom Tycho Brahe damals mit bloßem Auge als hellen Punkt am Himmel gesehen hatte.