Mehr als 20.000 Anhänger der Regierung gingen am Abend zu einer Gegendemonstration auf die Straße. "Thailand droht außer Kontrolle zu geraten", warnte der Politologe Thitinan Pongsudhirak. Mehr als 100.000 Touristen und Geschäftsleute sitzen in Thailand fest.

Ein Polizeisprecher sagte am Sonntag,  die Polizei wolle keine Gewalt anwenden und verhindern, dass es zu Todesopfern und Sachschäden komme. Kurz zuvor waren bei einer Granatenexplosion mehr als 40  Demonstranten verletzt worden, einige von ihnen schwer. Der Anschlag ereignete sich vor dem Regierungssitz, den Anhänger der oppositionellen Volksallianz für Demokratie (PAD) bereits seit August besetzt halten. Wer für dafür verantwortlich ist, blieb unklar.

Trotz wachsenden Unmuts im ganzen Land blieb Chamlong Srimuang, einer der PAD-Anführer, kompromisslos. Die Demonstranten blieben, bis die Regierung gestürzt sei, sagte er. Am Dienstag stehe der Sieger fest.

Dienstag entscheidet das Verfassungsgericht über die mögliche Auflösung der Regierungspartei PPP. Ihr war Wahlbetrug beim Urnengang im Dezember 2007 vorgeworfen worden. Beobachter erwarten einen Schuldspruch. Dann würde die Partei aufgelöst und ihre Anführer dürften keine politischen Ämter mehr bekleiden.

Die oppositionelle PAD drängt das oberste Gericht, einen "Obersten Rat" einzusetzen, der eine Übergangsregierung ernennt und Neuwahlen vorbereitet. In dem Fall würde die PAD ihre Protestaktionen aufgeben. Möglich ist auch, dass der Chef der zweitstärksten Partei im Parlament und Anführer der Opposition, Abhisit Vejjajiva, neuer Regierungschef wird.

Viele Mitglieder seiner Demokratischen Partei sympathisieren offen mit der PAD, die allerdings ein teilweise ernanntes und nicht gewähltes Parlament anstrebt. Damit sollen die armen Massen ausgebootet werden, die hinter der PPP stehen und ihr oder einer Nachfolgepartei wahrscheinlich wieder zum Wahlsieg verhelfen würden.

Der Protest dauert bereits seit Monaten an ist aber nun eskaliert. Die PAD fordert den Rücktritt von Ministerpräsident Somchai Wongsawat, weil er lediglich eine Marionette seines vor zwei Jahren gestürzten Vorgängers Thaksin Shinawatra sei.

Die Regierung hat an den beiden besetzten Flughäfen den Ausnahmezustand ausgerufen und der Polizei die Befugnis erteilt, die Demonstranten von den Flughäfen zu vertreiben. Ein zaghafter Versuch der Polizei, den Flughafen zu räumen, war am Samstag gescheitert. In den Terminals haben sich nach Schätzungen 10.000 Menschen hinter Barrikaden und Stacheldraht verschanzt.