Zehntausende gestrandete Touristen, festsitzende Geschäftsleute, Pilger, die ihren Weg nach Mekka nicht fortsetzen können – seit knapp einer Woche sorgen die Bilder von den blockierten Flughäfen in Bangkok für Verunsicherung, nicht nur bei Urlaubern. Auch Politiker des Landes sind besorgt über die möglichen Auswirkungen der Proteste in Thailand.

Denn die neue Machtprobe zwischen Regierung und Opposition trifft Thailand zur Hauptreisezeit. Das Geschäft mit den Touristen ist einer der wichtigsten Wachstumszweige des Landes. Rund sechs Prozent steuert die Branche zur Wirtschaftsleistung mittlerweile bei, 1,8 Millionen Menschen arbeiten in der heimischen Tourismuswirtschaft.

Ursprünglich rechnete die Branche mit einem Umsatzwachstum von 20 Prozent in diesem Jahr - ein Ziel, das nun gefährdet ist, befürchtet der stellvertretende Premierminister Olarn Chaipravat. Die Anzahl der Besucher könnten sich von momentan knapp 14 Millionen pro Jahr um die Hälfte reduzieren, wenn die politische Krise nicht bald beigelegt werde, warnte er. Eine Million Arbeitsplätze seien in Gefahr.

Als Zeichen des guten Willens sollen Reisende umgerechnet 44 Euro für jeden Tag des Wartens aus der Staatskasse erhalten. Außerdem rief Tourismusminister Weerasak Kohsurat "alle Thailänder auf, den Ausländern zu helfen, denn das wäre eine gute Gelegenheit, unsere Freundschaft zu demonstrieren".

Erst vor gut zwei Jahren ist Asiens modernster Airport in Betrieb genommen worden. An normalen Tagen werden hier um die 100.000 Gäste täglich abgefertigt. Doch angesichts des blockierten Flughafengebäudes und gewalttätiger Auseinandersetzungen in der Innenstadt halten manche Staaten die Sicherheit für Reisende für nicht ausreichend gewährleistet: Großbritannien, Russland und die Philippinen haben Reisewarnungen für das Land ausgesprochen. Das Auswärtige Amt in Berlin teilt diese Bedenken hingegen nicht, es fordert Reisende lediglich auf, sich nicht im Regierungsviertel und am Flughafen aufzuhalten.