Hertha BSC - Galatasary Istanbul 0:1

Der türkische Meister erreichte dank des Treffers von Milan Baros (Handelfmeter in der 69. Minute) mit dem dritten Sieg in der vierten Europapokal-Partie souverän die Zwischenrunde. Vor 62.612 Zuschauern im Olympiastadion, darunter fast 35.000 Türken, erfüllte der deutsch-türkische Abend allerdings nicht die hohen Erwartungen.

"Wir haben in der ersten Halbzeit zu defensiv agiert, in der zweiten Hälfte dann versucht, alles nach vorn zu werfen. Leider hat es nicht geklappt", sagte Herthas Kapitän Arne Friedrich nach dem Rückschlag. Die Steigerung in den zweiten 45 Minuten war zu wenig.

Die ballsicheren Gäste, angetrieben vom starken Ex-Schalker Lincoln, erarbeiteten sich von Beginn an ein Übergewicht im Mittelfeld. Hertha agierte im Spielaufbau ohne die kranken Kreativkräfte Cicero und Maximilian Nicu zu hektisch, die Berliner Doppelspitze Andrej Woronin und Marko Pantelic war meist auf sich allein gestellt.

So hatte Lincoln in der 20. Minute auch die erste echte Chance der Partie, als er Hertha-Keeper Jaroslav Drobny zu einer Glanztat zwang. Vier Minuten später nahezu eine Kopie dieser Szene, und erneut gewann Drobny das Duell. In der 41. Minute drang Lincoln allein in den Strafraum ein, wurde von Gojko Kacar gefoult, doch Schiedsrichter Nicola Rizzoli verweigerte den fälligen Elfmeter und zeigte Lincoln stattdessen wegen einer Schwalbe Gelb.

Neun Jahre nach der 1:4-Pleite gegen den türkischen Traditionsklub in der Champions League kam Hertha nach der Pause mit mehr Mut und Dringlichkeit aus der Kabine. In der 66. Minute wurden die verstärkten Offensivbemühungen beinahe mit dem 1:0 belohnt – Kacar scheiterte an Galatasarays Schlussmann de Sanctis. Im Gegenzug verursachte der eingewechselte Steve von Bergen allerdings nach Harry Kewells Flanke einen Handelfmeter. Der Tscheche Milan Baros verwandelte mit seinem vierten Tor im laufenden Wettbewerb sicher.

Der Hauptstadt-Klub reagierte mit einer Schlussoffensive. Nacheinander vergaben Kacar, Josip Simunic  und Pal Dardai gute Möglichkeiten zum Ausgleich.

In zwei Wochen kommt es nun für die Berliner im letzten Spiel der Gruppe B in Griechenland gegen Olympiakos Piräus zum Endspiel um den zum Weiterkommen berechtigenden dritten Platz.