Die Lage der amerikanischen Autohersteller ist noch verzweifelter als bislang bekannt. Insgesamt forderten die Big Three der US-Autoindustrie - die allesamt in Detroit ansässigen Konzerne General Motors (GM), Chrysler und Ford - staatliche Hilfen von insgesamt 34 Milliarden Dollar. Ursprünglich waren 25 Milliarden Dollar von den Abgeordneten des US-Kongresses angesetzt. Doch bei der Anhörung am Dienstag, bei denen die Konzernchefs ihre dramatische Lage schilderten, wurde schnell klar, dass das nicht reichen würde.

Der Opel-Mutterkonzern GM braucht noch im Dezember einen Kredit über vier Milliarden Dollar. Insgesamt bat der größte Autobauer den Kongress um Kredite von bis zu 18 Milliarden Dollar bis Ende 2009. Die Konkurrenten Ford und Chrysler brauchen bis zu neun Milliarden und sieben Milliarden Dollar an Übergangskrediten.

Die Konzerne benötigen das Geld dringend, um die brutalen Einbrüche bei den Verkaufszahlen aufzufangen: Ford erlitt im November in den USA im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Absatzeinbruch von 30,6 Prozent auf gut 123.000 Fahrzeuge. Bei GM betrug das Minus 41 Prozent auf knapp 155.000 Fahrzeuge.

Zur Voraussetzung für die dringend benötigten Kredite hatten die Abgeordneten bereits bei einer ersten Anhörung vor zwei Wochen überzeugende Zukunftspläne der Big Three gemacht. Diese Sanierungspläne legten die Konzerne nun vor: So kündigte GM an, bis zum Jahr 2012 zusätzlich 31.500 Arbeitsplätze in den USA zu streichen und die Marken Saab und Saturn möglicherweise zu verkaufen. Man werde sich künftig auf vier zentrale Marken konzentrieren: Chevrolet, Cadillac, Buick und GMC. Außerdem wolle man verstärkt in umweltfreundliche Modelle wie den Elektrowagen Chevy Volt investieren.