Mit winzigen Sensoren für Handys, Laptops und Navigationsgeräte zum Erfolg: Jiri Marek, Frank Melzer und Michael Offenberg aus Reutlingen wurden am Mittwochabend von Bundespräsident Horst Köhler mit dem deutschen Zukunftspreis geehrt. "In der Globalisierung kommt es nicht auf Größe an, sondern auf Wendigkeit, Schnelligkeit und Pfiffigkeit", sagte Köhler.

Die Sieger in dem bundesweiten Wettbewerb um die besten marktreifen Ideen aus den Technik-, Ingenieur- und Naturwissenschaften sind Mitarbeiter der Technik-Firma Bosch aus Baden-Württemberg. 

Diesmal gingen nur drei Teams aus Forschung und Wirtschaft ins Rennen um den renommierten Innovationspreis. Eine Nominierung hatte die Jury zurückgezogen, da es Patentstreitigkeiten gibt.

Und so  funktioniert die Technologie des Gewinnerteams:

Sinnesorgane aus Silizium
Der große Stolz des Reutlinger Bosch-Werks ist eine drei tausendstel Millimeter kleine Feder, die als Sensor eingesetzt werden kann. Wie eine Hörzelle im Ohr, registriert sie Bewegungen. Einige Anwendungen gibt es schon lange: Fährt ein Auto gegen einen Baum, registrieren Sensoren den Aufprall und lösen den Airbag aus.

Aber die Reutlinger Forscher Jiri Marek, Frank Melzer und Michael Offenberg wollen mit den Federn, die nur unterm Mikroskop zu erkennen sind, die Unterhaltungselektronik revolutionieren. Als Beispiel holt Melzer sein Handy aus der Tasche. "Wenn ich es mit dem Display nach unten auf den Tisch lege, ist es stumm geschaltet." So müsse man die Stumm-Funktion nicht mehr aufwendig über die Tasten auswählen.