Mein Sohn war für zwei Tage krank geschrieben. Er hat seinem Arbeitgeber ordnungsgemäß eine Krankmeldung zukommen lassen. Trotzdem wurde ihm gekündigt. Ist diese Kündigung gerechtfertigt? Und muss er mit einer Sperre beim Arbeitsamt rechnen? Oder ist das gar eine Sache für das Arbeitsgericht?

fragt Elke Wunderlich

Sehr geehrte Frau Wunderlich,

Zunächst muss man in einem solchen Fall ganz allgemein fragen, ob das Kündigungsschutzgesetz anwendbar ist. Dafür müssen mehr als 10 Mitarbeiter Vollzeit im Betrieb beschäftigt sein. Ist dies der Fall, hat ihr Sohn mehr als nur gute Chancen, gegen die Kündigung mit Erfolg vorzugehen. Nicht uninteressant ist auch, ob ein Betriebsrat im Betrieb vorhanden ist, der dann vorab ordnungsgemäß hätte angehört werden müssen.

Wenn der Arbeitgeber Ihres Sohnes ihm sogar fristlos gekündigt hat, wird er die Lohnzahlung an Ihren Sohn einstellen (wenn nicht bereits geschehen) und die Agentur für Arbeit zudem eine Sperrzeit verhängen. Auch hier stehen die Chancen mehr als gut, eine solche fristlose Kündigung erfolgreich anzufechten.

Eine fristlose (außerordentliche) Kündigung ist nämlich nur möglich, wenn dem Arbeitgeber eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bis zum Ablauf der regulären Kündigungsfrist nicht mehr zuzumuten ist. Das sehe ich in Ihrem Fall nicht gegeben.

Im Regelfall muss der Arbeitgeber einen Mitarbeiter zunächst abmahnen, ehe er ihn fristlos entlässt – es sei denn, die Pflichtverletzung war schwerwiegend oder eine Abmahnung wäre von vornherein nicht Erfolg versprechend. Auch dies trifft bei Ihrem Sohn wohl nicht zu.

Die Rechtsprechung nennt diese anerkannten Gründe für fristlose Kündigungen: