Drei Wochen nach der Festnahme des Chefs der baskischen Terror-Organisation Eta hat die Polizei in Südfrankreich auch dessen mutmaßlichen Nachfolger festgenommen. Wie die Innenministerien in Paris und Madrid mitteilten, stellten die Sicherheitskräfte den 31-jährigen Aitzol Iriondo Yarza alias "Gurbita" oder "Asier" zusammen mit zwei Komplizen im Pyrenäenort Bagnères-de-Bigorre. Rund 50 Kilometer entfernt war am 17. November auch der damalige Eta-Führer Mikel Garikoitz Aspiazu alias "Txeroki" verhaftet worden.

Spaniens Regierung deutete die Verhaftung als "schweren Schlag" für die Separatistenorganisation, die erst in der vergangenen Woche einen baskischen Bauunternehmer ermordet hatte. Die spanischen Sicherheitskräfte schlossen nicht aus, dass die drei Männer die neue Führungsspitze der Eta bildeten. "Wenn ein Terrorist auf die Idee kommt, sich nun seinerseits an die Spitze der Eta zu setzen, kann er sicher sein, dass wir jetzt schon nach ihm fahnden", sagte Spaniens Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba.

Die französische Seite der Pyrenäen ist eines der Rückzugsgebiete der Eta. Seit Jahresbeginn wurden in Frankreich mehr als 30 Eta-Mitglieder verhaftet. Txeroki und sein mutmaßlicher Nachfolger stehen im Verdacht, an der Ermordung von zwei spanischen Polizisten in der französischen Stadt Capbreton am 1. Dezember 2007 beteiligt gewesen zu sein.

Über den mutmaßlichen neuen Eta-Chef war bislang wenig bekannt gewesen. Er war 2002 in Frankreich untergetaucht, nachdem seine Terrorzelle in Spanien von der Polizei zerschlagen worden war. Der Vorgänger Txeroki, der gut vier Jahre der Chef der Kommandos der Eta gewesen war, galt als Verfechter einer harten Linie in der Separatistenorganisation. Er soll nach Erkenntnissen der Ermittler den Befehl zu dem Autobombenanschlag im Dezember 2006 auf den Madrider Flughafen gegeben haben. Damals wurden zwei Menschen getötet. Mit dem Anschlag hatte die Eta ihre damalige "Waffenruhe" gebrochen und die Hoffnungen auf eine Friedenslösung für das Baskenland zunichte gemacht.

Bei Terroraktionen der Eta starben seit 1968 weit mehr als 800 Menschen. Die Gruppe kämpft für einen unabhängigen baskischen Staat und wird von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.