Während die täglichen Schreckensmeldungen über einen Stillstand bei der Kreditvergabe, über einen abrupten Zusammenbruch der Nachfrage und neue milliardenschwere Verluste nicht abreißen, versinkt die Politik der Bundesregierung im Bizarren.

Dem Finanzminister ist anzumerken, wie schwer es ihm fällt, sich von seinem Traum eines ausgeglichenen Haushalts zu verabschieden. Entsprechend blockiert zeigt sich die SPD.

Die Kanzlerin wiederum kann zum ersten Mal in ihrer Amtszeit nicht auf externe Vorgaben zurückgreifen. Diese Krise lässt ihr keinen Raum, erst einmal abzuwarten, wohin sich die Dinge entwickeln, bis dahin zu moderieren und dann im letzten Moment auf den richtigen Zug aufzuspringen und ihn für ihre machtpolitischen Zwecke zu nutzen.

Kurz, sie erweist sich in dem Moment als hoffnungslos überfordert, als alle, sowohl in der deutschen Innenpolitik als auch in Europa, auf ihre Kursvorgabe warten. Das System Merkel ist krisenuntauglich. Außer "So nicht und jetzt nicht!" kommt kaum etwas.

Die Folge ist ein dreifaches Vakuum, das die Kanzlerin zu verantworten hat: ein Substanzvakuum, ein Führungsvakuum und ein Machtvakuum.

Niemand wisse, wie sich die Krise entwickle, deshalb gelte Ruhe als die erste Kanzlerinnen- und Bürgerpflicht, so die Position der Regierungschefin. In der Koalition allerdings hält sich niemand an diese Vorgabe, stattdessen überschlägt sich die Debatte von Links bis Rechts mit einem Sammelsurium an Vorschlägen, von Steuersenkung bis Konsumgutschein. Alles wie gehabt. CDU/CSU und SPD scheinen die Debatte nach der Überschrift der Wochenendbeilage einer bekannten britischen Wirtschaftszeitung zu führen: "How to spend it."