Kaum ein Thema lässt in Deutschland die Emotionen so hoch kochen wie die Pendlerpauschale. Doch nicht nur den betroffenen Arbeitnehmern, auch Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) ging es in dieser Frage stets ums Prinzip: Wenn man nicht einmal die steuerliche Abzugsfähigkeit der Fahrtkosten zur Arbeit streichen dürfe, dann lasse sich das deutsche Steuerrecht überhaupt nicht reformieren, klagte Steinbrück in der Auseinandersetzung. Nun ist er tatsächlich – wie zu erwarten – gescheitert. Zuzuschreiben hat er das in erster Linie sich selbst und den Politikmechanismen der Großen Koalition. Weil diese stets viele Interessen unter einen Hut bringen muss, entscheidet sie sich nur selten für saubere und klare Lösungen. Das rächt sich auch in diesem Fall. Natürlich, so urteilten die Richter aus Karlsruhe, habe die Politik das Recht, in Steuerfragen einen Systemwechsel vorzunehmen. Nur müsse sie das dann eben auch konsequent tun und es gut begründen.