Thomas Bork leitet seit 2004 die globale Gehalts- und Sozialleistungsabteilung des multinationalen Baustoffherstellers Lafarge. Zuvor war er Berater bei Gemini Consulting und Personalchef verschiedener internationaler Konzerne. Ein Interview über die Frage, wie Lafarge seine Mitarbeiter entlohnt und welche sozialen Standards das Unternehmen verfolgt.

Die Lafarge-Gruppe beschäftigt 90.000 Angestellte in 76 Ländern. Verfolgen Sie eine internationale Gehaltspolitik?

Es gibt kein internationales Gehaltsraster, aber übergeordnete Richtlinien für jedes einzelne Land. Für das höhere Management sind sie detaillierter als für einfache Positionen. Grundsätzlich gilt: Das Grundgehalt hängt von dem Maß der Verantwortung, den geforderten Fähigkeiten sowie der Person selbst ab. Die Bezahlung richtet sich außerdem nach der HAY-Bewertung, die eine gewisse Vergleichbarkeit der jeweiligen beruflichen Positionen ermöglichen soll.

Die Gehälter der Direktoren werden bestimmt durch nationale, zentral von der Gruppe festgelegte Raster. Gehälter in nicht am Management beteiligten Positionen werden in vielen Ländern durch eigene Klassifizierungen vorgegeben.

Haben Sie auch Richtlinien in anderen Bereichen eingeführt?

Ja. In allen Ländern und für alle unsere Mitarbeiter befürworten wir ein Teilhaber- oder Bonussystem. Die 600 höchsten Managementpositionen der Gruppe unterliegen alle derselben Bonusstruktur: Ein Drittel des Gehalts hängt von der individuellen Leistung ab, ein Drittel von dem finanziellen Ergebnis ihrer Abteilung, und das letzte Drittel vom Gesamtergebnis der Gruppe.

Der Teil, der auf der individuellen Leistung beruht, fußt zu wiederum einem Drittel auf Aspekten der Arbeitssicherheit: Dazu gehören die Zahl der Unfälle, die Überprüfung der Einhaltung der Arbeitsvorschriften usw. Wir stützen uns auch auf die Ergebnisse von Mitarbeiterbefragungen zu verschiedenen Themen in allen Ländern, darunter die Beurteilung der Arbeitssicherheit.