Zusätzlich müssen sich die Konzerne unter dem Druck von Nichtregierungsorganisationen (NRO) und internationalen Medien verpflichten, grundlegende Menschenrechte anzuerkennen, auch in Bezug auf Subunternehmer. Auch lokale soziale oder politische Akteure greifen die Forderungen der NRO häufig auf und üben zusätzlichen Druck aus.

Klicken Sie auf das Bild, um die komplette Tabelle zu sehen! Quelle: Ernst & Young auf Basis von Unternehmensdaten (Jahresberichte, Nachhaltigkeitsberichte, Internet-Firmenseiten)All das birgt unternehmerische, rechtliche oder reputative Risiken für die Konzerne, die von Investoren zunehmend genauer beobachtet werden. Der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge hat eine kleine Zahl von Firmen sich deshalb entschieden, lokalen Zweigstellen mehr Freiheit einzuräumen. Die Filialen können die Gehaltspolitik ebenso wie mögliche Sachbezüge selbst bestimmen. Die Erfahrung zeigt, dass diese Niederlassungen lokale Fragestellungen oft besser einschätzen können. Der Wunsch, diese Politik der Unternehmen eng zu überwachen, bleibt die Ausnahme.

Auf Basis von öffentlich zugänglichen Unternehmensdaten hat Ernst & Young untersucht, wie transparent die Gehaltspolitik von 24 internationalen Firmen ist (vgl. Pop-up-Tabelle). Die Auswahl basiert auf der jährlich vom US-Wirtschaftsmagazin Fortune veröffentlichten Liste der 500 umsatzstärksten Unternehmen mit mindestens 150.000 Angestellten aus mehr als 29 Ländern.

Wie gut oder schlecht die jeweiligen Multis zahlen, sei für die Öffentlichkeit jedoch schwer festzustellen, sagt Jean-Philippe Desmartin, Leiter der Nachhaltigkeitsforschung beim französischen Finanzkonzern Oddo. "Spezifische Daten, die Auskunft über soziale Aspekte und gerade auch Gehälter geben, sind für Analysten immer schwerer zu finden", stellt er fest. "Die zur Verfügung stehenden Informationen nehmen sogar ab."