Wie gut können Viertklässler lesen? Und wie gut verstehen sie sowohl literarische Texte als auch Sachtexte? Das untersuchte die Iglu-Studie (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) von 2006. Rund 7900 Schüler aus 405 Schulen Deutschlands wurden daraufhin geprüft. Zusätzlich wurde erfasst, unter welchen Bedingungen sie lernen, wie ihre Lesegewohnheiten sind und welchen Einstellungen Kinder und Eltern zum Lesen haben.

Für mehr Details klicken Sie auf die Grafik © IGLU 2006

Bereits 2007 wurde der internationale Vergleich der aktuellen Iglu-Studie veröffentlicht und fiel weit positiver aus als die Pisa-Ergebnisse. Deutschlands Grundschüler liegen im oberen Drittel aller getesteten Länder. Und sie sind insgesamt besser geworden als im Jahr 2001.

Wie schneiden nun die einzelnen Bundesländer ab? Die guten Leser unter den Grundschülern sind nicht in ganz Deutschland gleichmäßig verteilt.

Doch immerhin sind es nur zwei Länder, die deutlich unter dem deutschen Mittelwert liegen, und es sind die üblichen: Bremen und Hamburg. Die meisten gruppieren sich um den Mittelwert Deutschlands herum. Trotzdem ist die Tendenz auffällig: Die ostdeutschen Flächenländer liegen im Durchschnitt im oberen Drittel, die westdeutschen folgen. Und wie in den Pisa-Studien auch liegen die Stadtstaaten weit hinten.

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Thüringen ragt besonders heraus. Seine Schüler lesen nicht nur deutlich besser als der deutsche Durchschnitt, sie gehören mit Hongkongs Kindern sogar zur internationalen Spitzengruppe. Mit knappem Abstand folgen die bayerischen Schüler. Immerhin liegen auch die Grundschüler Hamburgs und Bremens noch in der Nähe des EU-Durchschnitts.

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Berlins Grundschüler sind hier stark benachteiligt: Fast ein Viertel erreicht den Mindeststandard nicht. Aber auch die Städte Bremen und Hamburg haben ähnlich viele Kinder, die nicht mittelmäßig lesen können. Das mag daran liegen, dass es im Osten Deutschlands weniger Kinder von Migranten gibt, in den Großstädten dafür umso mehr.

Die Studie hat die Kinder in verschiedene Kompetenzstufen unterteilt. So lässt sich sehen, wie viele Kinder eines Landes herausragende Leistungen zeigen – die höchste Stufe erreichen in Deutschland nicht viele. Sie zeigt auch, welche Kinder unterdurchschnittlich bleiben. Thüringen ist auch hier erfolgreich: Mit 6,8 Prozent ist die Quote von Schülern, die schlecht lesen, niedrig.

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Denn das wirkt sich natürlich aus auf die Lesekompetenz. Wer nicht gut Deutsch versteht, wird auch die Texte nicht gut interpretieren können. Wenn beide Eltern im Ausland geboren sind oder beide in Deutschland, kann das bereits einen großen Unterschied ergeben. Doch wie der Ländervergleich zeigt, sind die Abstände unterschiedlich stark ausgeprägt.